München - Nach der Länderspielpause jagt in der Bundesliga ein Spieltag den nächsten. In den folgenden Wochen kommen Spieler, Trainer und die Fans kaum noch zur Ruhe - jetzt startet die noch junge Spielzeit richtig durch!

Richtig durchstarten will jetzt auch der VfL Wolfsburg, der nach den ersten beiden Spieltagen noch ohne Zähler da steht. "Für mich wird unsere Saison am Samstag beginnen", kündigte Wolfsburgs Cheftrainer Steve McClaren an. Allerdings wartet am 3. Spieltag auf den Deutschen Meister von 2009 eine harte Nuss. Die "Wölfe" gastieren bei Borussia Dortmund (alle Spiele vom Samstagnachmittag ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Eine gute Nachricht gab es für die Niedersachsen bereits vor dem Anpfiff im Signal Iduna Park. Spielmacher Diego meldete sich am Donnerstag für das Spiel in Dortmund offiziell fit. "Ich habe keine Probleme mehr. Es sollte am Samstag auf jeden Fall gehen", so der Brasilianer. Zuvor hatte der Neuzugang über Probleme am linken Fuß geklagt.

Der Einsatz von Torhüter Diego Benglio, dessen Frau ein Kind erwartet, ist noch fraglich. Verteidiger Sascha Riether fällt wegen Oberschenkelproblemen definitiv aus.

"Wolfsburg ist ein Mitfavorit auf die Meisterschaft"

Jürgen Klopp geht mit einer gehörigen Portion Respekt in die Partie gegen die Niedersachsen. "Wolfsburg ist ein Mitfavorit auf die Deutsche Meisterschaft", so Dortmunds Cheftrainer. Mit Torschützenkönig Dzeko und Spielmacher Diego verfügt der VfL über ein Weltklasse-Duo in der Offensive. Dieses komplett auszuschalten, dürfte kaum möglich sein, es so wenig wie möglich zur Entfaltung kommen zu lassen, "ist der Plan".

Die beiden Innenverteidiger - Subotic und Hummels - sowie die beiden zentral-defensiven Mittelfeldspieler - Kehl und Sahin - erhalten den Auftrag, Wolfsburgs "Doppel-D" auf eine "harte, aber faire Art" zu bekämpfen.

Bis auf Kringe und Zidan stehen Klopp voraussichtlich alle Spieler zur Verfügung; auch Dede ist wieder im Training, ob auch im Kader, "müssen wir mal schauen", sagte der Trainer.




Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

Der Hamburger ist mit zwei Siegen in die neue Spielzeit gestartet. Nun soll gegen den "Club" der dritte "Dreier" her. Das Spiel gegen die Franken nimmt Trainer Armin Veh aber nicht auf die leichte Schulter.

"Sie haben ein junges Team, das auch überraschen kann. Wie schnell es geht, haben wir beim 6:3 von Mönchengladbach gegen Leverkusen gesehen", sagte Veh und warnte vor allem vor den Kontern. "Da müssen wir aufpassen".

"RvN" sorgt für Schrecksekunde

Für eine Schrecksekunde sorgte am Donnerstag Stürmerstar Ruud van Nistelrooy. Ein Ellenbogen-Gelenk des Niederländers war kurz rausgesprungen. "Zum Glück ist es gleich wieder reingesprungen. Er hat keine Schmerzen mehr", so Veh. Damit ist sein Einsatz nicht gefährdet.

Anders sieht es bei Mladen Petric aus. Der Kroate laboriert noch an einem Pferdekuss, den er sich im Länderspiel gegen Griechenland zugezogen hat. "Im Normalfall ist er nicht dabei", möchte Veh in der jetzigen personellen Situation lieber kein Risiko eingehen.

Dagegen gibt es wieder Hoffnung auf einen Einsatz von Marcell Jansen (Kapselreizung im Knie). Der Nationalspieler absolvierte am Donnerstag die komplette Einheit mit der Mannschaft. Nun soll abgewartet werden, wie sein Knie auf die Belastung reagiert. "Wenn alles okay ist, steht nichts im Wege, dass er dabei ist", ließ Veh durchblicken, auf den 24-Jährigen hinten links zu setzen.

"Club" will überraschen

Gäste-Trainer Dieter Hecking sieht seine Mannschaft in der Außenseiterrolle, aber nicht chancenlos. "Wir haben in den letzten Wochen gesehen, dass es in der Bundesliga Überraschungen gibt, wir wollen für die Überraschung sorgen. Wichtig ist, mit welcher Überzeugung wir auf dem Platz stehen", gibt Hecking die Parole aus.

Personell gibt es beim "Club" noch zwei "Sorgenkinder". "Mehmet Ekici hat nur Lauftraining absolviert, allerdings noch nicht schmerzfrei. Es ist noch nicht gesichtert, ob er spielen kann. Per Nilsson hat mittrainiert, aber auch immer noch mit Schmerzen. Es kommt jetzt drauf an, ob die Jungs sich zutrauen zu spielen. Alle anderen sind fit", so Hecking.




Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt

Die Gladbacher gehen mit Rückenwind aus dem 6:3-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen in die Partie, die Eintracht wartet nach den ersten beiden Spieltagen noch auf den ersten Punktgewinn.

Für Gladbachs Trainer Michael Frontzeck kein Grund für Überheblichkeit. "Ich glaube nicht, dass die Frankfurter nach zwei verlorenen Spielen die Nerven verlieren werden. Sie haben genügend Qualität und genug Erfahrung, um ihr Spiel durchzuziehen", meint Frontzeck. "Von daher wird es für uns eine richtig schwere Partie. Wir müssen und werden voll dagegen halten, um so lange wie möglich in unserer guten Phase drinzubleiben."

Verzichten muss der Coach auf die Dienste von Thorben Marx, der wegen einer Oberschenkelzerrung aus der Partie in Leverkusen passen muss.

Frankfurts Ziel: mindestens ein Punkt

"Wir sehen uns durchaus als konkurrenzfähig an und wollen mindestens einen Punkt aus Gladbach mitnehmen", gibt sich Eintracht-Trainer Michael Skibbe trotz der zwei Niederlagen zum Auftakt kämpferisch.

Dabei hofft Skibbe auf den ersten Saison-Einsatz von Kapitän Chris. "Es geht ihm deutlich besser. Er hat die letzte Traingseinheit komplett mitgemacht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er von Beginn an - und so lange ihn die Beine tragen - spielt", sagte Skibbe. Der Brasilianer Chris, der aufgrund einer Leistenoperation in dieser Spielzeit noch nicht zum Einsatz kam, wurde zuletzt von einer Magen-Darm-Grippe geplagt.

Große Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen der angeschlagenen Ioannis Amanatidis und Aleksandar Vasoski (beide Knieprobleme).




SC Freiburg - VfB Stuttgart

Freiburgs Trainer Robin Dutt sieht seine Mannschaft für das Derby gegen den VfB gut gerüstet. "Wir haben in der Länderspielpause sehr gut gearbeitet und wenn wir am Samstag so spielen, wie wir zuletzt trainiert haben, wird es für Stuttgart ein schweres Spiel", so der SC-Coach.

Auch im personellen Bereich sieht's beim SCF nach der Pause wieder deutlich besser aus. Sowohl Ömer Toprak wie auch Jan Rosenthal, der in Nürnberg wegen einer Zerrung ausgefallen war, und Zvonko Pamic nahmen die Teamarbeit wieder auf. Der Kroate musste allerdings wegen einer Muskelverhärtung erneut pausieren. Zudem muss Dutt weiterhin auf Tommy Bechmann (Knie-OP) verzichten.

Klare Ansage von Gross

Für VfB-Cheftrainer Christian Gross gibt es nur eine Devise: "Wir brauchen Punkte, und damit wollen wir in Freiburg anfangen. Wir müssen auf den schlechten Saisonstart reagieren, und ich bin mir sicher, dass die Mannschaft weiß, worum es geht. Ich erwarte eine positive Grundhaltung von meinen Spielern auf dem Platz."

Noch offen ist der Einsatz von Kapitän Matthieu Delpierre, es sieht aber nicht schlecht aus. Ein Mitwirken von Timo Gebhart ist fraglich, er hat eine Adduktorenreizung. Bei Mauro Camoranesi sieht es gut aus, dass er eventuell von Beginn an spielt. Er hat sich vom Schlag, den er beim Test in Heidenheim erlitten hat, gut erholt.




Hannover 96 - Bayer Leverkusen

Noch ein Sieg in Folge und Hannover hätte einen neuen Rekord: Neun Punkte am Stück zum Saisonstart sind den "Roten" noch nie gelungen!

"Warum sollten wir nicht gegen Leverkusen gewinnen?", fragt 96-Trainer Slomka mutig angesichts der zuletzt starken Mannschaftsleistung. Verlässlichkeit wird bei Hannover 96 in diesen Tagen groß geschrieben. "Jeder spielt für den anderen", beschreibt Haggui sein Credo und das seiner Mitspieler. Ein "Dreier" würde nicht nur weiterhin einen einstelligen Tabellenplatz für Slomkas Team bedeuten, sondern zudem auch ein passendes Geburtstagsgeschenk für den Trainer sein, der am Sonntag seinen 43. Geburtstag feiert.

Personell plant Slomka ohne die länger verletzten Leon Andreasen, Mario Eggimann, Altin Lala sowie Carlitos. Geschont wird außerdem Mike Hanke, der nach einer Nasennebenhöhlen-Entzündung fleißig trainiert, um für die bevorstehenden englischen Wochen einsatzbereit zu sein.

Heynckes fordert Reaktion

Nach der 3:6-Heimpleite gegen Mönchengladbach nimmt Leverkusens Trainer Jupp Heynckes seine Spieler in die Pflicht. "Die Spieler wissen, dass wir was gut zu machen haben. Wir müssen wieder so kompakt und organisiert auftreten wie in der Vorbereitung oder auch in Dortmund. Das hat uns auch vergangene Saison stark gemacht. Nach dem Heimspielverlust muss es unser Ziel sein, nach Hannover zu fahren und das Spiel unbedingt zu gewinnen", erwartet Heynckes eine Steigerung der gesamten Mannschaft.

Zum Personal: Innenverteidiger Sami Hyypiä setzte am Donnerstag aufgrund einer leichten Erkältung aus. Der Einsatz des Finnen in Hannover ist nicht gefährdet, dagegen fällt Tranquillo Barnetta aus. Der Mittelfeldspieler kann nach einer fiebrigen Infektion weiterhin nicht trainieren.