Martin Jol vom Hamburger SV wird am Donnerstagnachmittag das erste Mal seit zehn Tagen wieder fast alle seine Spieler beisammen haben. Zeit wird es, denn schon am Sonntag steht das Heimspiel gegen den FC Schalke 04 auf dem Programm.

So galt die erste Frage auf der Pressekonferenz zum Bundesliga-Spitzenspiel auch dem Gesundheitszustand der vielen HSV-Nationalspieler. "Außer Boateng sind alle gesund zurückgekommen", gab Jol bekannt. Der U21-Nationalspieler hat vom EM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich (1:0) Probleme an der Leiste mitgebracht und droht gegen Schalke auszufallen. "Aus heutiger Sicht ist es sehr bedenklich, ihn am Sonntag aufzustellen", sagte Jol. Keine guten Nachrichten im HSV-Lager.

Hoffnung bei Atouba

Denn Boateng wäre nach Nigel de Jong (Innenbandanriss) und Marcell Jansen (Muskelfaserriss) der dritte Ausfall binnen kürzester Zeit. Besser sieht es zum Glück bei Tim Atouba aus. Der Kameruner kam mit viel Zuversicht von seiner Nationalmannschaftsreise zurück. Am Vormittag trainierte er zusammen mit Athletik-Trainer Markus Günther an der Arena.

Am Freitag soll er ins Mannschaftstraining einsteigen. "Die Chancen stehen bei 80 bis 90 Prozent, dass er spielen kann", wagte Jol einen Ausblick. Aber auch, wenn es nicht klappen sollte, ist dem Trainer nicht bange zu Mute. "Wir haben andere Spieler, die lange auf ihre Chancen warten. Jetzt können sie sich zeigen".

Dabei geht es vor allem um die vakante Position im defensiven Mittelfeld, die es nach de Jongs-Ausfall zu besetzen gilt. Jol zieht dabei sowohl Guy Demel als auch Collin Benjamin in seine Überlegungen ein. Und auch Dennis Aogo hofft natürlich auf seine Chance, zumindest in den Kader zu rücken.