Stuttgart - Nach einem guten Start in die Europa League und in den DFB-Pokal musste der VfB Stuttgart zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison gleich zwei Rückschläge einstecken. Denn nach zwei Spieltagen stehen die Schwaben noch ohne Punkt da.

Es wartet also viel Arbeit während der Länderspielpause auf Trainer Christian Gross und Sportdirektor Fredi Bobic. Letztgenannter spricht im Interview mit bundesliga.de über die Situation beim VfB.

Weiterhin erklärt Bobic, warum er zu den Stuttgartern zurückgekehrt ist, wie die Zusammenarbeit mit Gross funktioniert und was er sich von Spielern wie Sven Ulreich, Matthieu Delpierre oder Christian Gentner erwartet.

bundesliga: Herr Bobic, nach elf Jahren sind Sie zum VfB Stuttgart zurückgekehrt. Was hat Sie an dem Angebot gereizt?

Fredic Bobic: Ich bin in Stuttgart aufgewachsen und der VfB ist der Verein, bei dem ich die schönste und erfolgreichste Zeit meiner aktiven Karriere hatte. Zudem ist die Bundesliga eine der besten Ligen Europas. Ich musste deshalb nicht lange überlegen, als das Angebot vom VfB kam.

bundesliga: Solch ein Amt so kurz vor Saisonstart zu übernehmen bedeutet viel Arbeit. Welche Aufgaben stehen aktuelle besonders in Ihrem Fokus?

Bobic: Bis zum Ende der Transferperiode haben wir uns natürlich vorrangig mit potenziellen Neuzugängen beschäftigt.

bundesliga: Sie sind jetzt seit bald einem Monat im Amt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Christian Gross und als was für einen Menschen haben Sie ihn kennengelernt?

Bobic: Die Zusammenarbeit mit Christian Gross ist so, wie sie zwischen Sportdirektor und Cheftrainer sein sollte. Wir tauschen uns regelmäßig und intensiv aus, es gibt absolut keine Schwierigkeiten. Christian Gross ist ein sehr erfahrener Trainer und ein überaus akribischer Arbeiter, dessen Erfolge während der zurückliegenden Jahre für sich sprechen.

bundesliga: Mit Jens Lehmann und Sami Khedira haben die Stuttgarter ihre beiden Führungspersönlichkeiten verloren. Wer muss Ihrer Meinung nach ins Feuer springen?

Bobic: Jeder einzelne ist gefordert, sich noch mehr in die Mannschaft einzubringen und noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Aber natürlich sind die erfahrenen Spieler wie Kapitän Matthieu Delpierre, Cacau, Christian Gentner oder Serdar Tasci jetzt insbesondere diejenigen, die die Richtung vorgeben.

bundesliga: Der neue Mann zwischen den Pfosten heißt Sven Ulreich. Er ist erst 22 Jahre alt. Warum hat er in Ihren Augen alles, was ein Bundesliga-Keeper mitbringen muss?

Bobic: Zunächst einmal bringt er die sportlichen Fähigkeiten und die körperlichen Voraussetzungen mit, um sich dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren. Darüber hinaus hat er in seiner noch jungen Karriere schon den einen oder anderen Nackenschlag überwunden und ist deshalb auch aus mentaler Sicht in der Lage, dem in der Bundesliga herrschenden Druck standzuhalten.

bundesliga: Wie bewerten Sie den Saisonstart des VfB? Was läuft schon gut und woran muss die Mannschaft noch arbeiten?

Bobic: Im DFB-Pokal und in der Europa League haben wir unsere ersten Etappenziele erreicht. In der Bundesliga verlief der Auftakt mit den Niederlagen gegen Mainz und Dortmund natürlich enttäuschend. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir auch hier wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz