Ausgelassener Jubel: Nach dem packenden Aufstieg will Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch mit den Lilien die Bundesliga aufmischen - © © imago / Jan Huebner
Ausgelassener Jubel: Nach dem packenden Aufstieg will Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch mit den Lilien die Bundesliga aufmischen - © © imago / Jan Huebner
Bundesliga

Fritsch: "Als Underdog können wir nur gewinnen"

Köln -Darmstadt 98hat als erster Bundesligist die Vorbereitung zur neuen Saison aufgenommen. Der Aufsteiger aus Hessen ist zum ersten Mal seit 33 Jahren wieder in der Bundesliga. Wie in der vorigen Spielzeit sind die Lilien der Außenseiter.

"Wir bleiben unserer Arbeitsweise treu"

Im Interview mit bundesliga.de erklärt Präsident Rüdiger Fritsch mit welchen Tugenden Darmstadt eine gute Rolle in der Bundesliga spielen will und woran sich das Umfeld wieder gewöhnen muss.

bundesliga.de: Vor der letzten Saison haben Sie aus Versehen "Nie mehr zweite Liga" gesungen und wurden nun zum Hellseher ernannt. Machen Sie doch noch mal eine weitere Vorhersage: Welchen Platz erreicht Darmstadt 98 nach dem 34. Spieltag?

Rüdiger Fritsch: Wenn ich tatsächlich heute schon wüsste, wie die kommende Saison für uns ausgeht, müssten alle Angst vor mir bekommen. Damals konnte ich einfach nur nicht bis "3" zählen.

bundesliga.de: Die Feiertage nach dem Aufstieg sind vorbei, die Mannschaft hat das Training zur neuen Spielzeit aufgenommen. An welchen Aufgaben für die nächste Saison sind Sie schon dran?

Fritsch: Wir haben nach dem Sieg gegen den FC St. Pauli und dem damit verbundenen Aufstieg ziemlich schnell damit angefangen alle wichtigen Aufgaben anzugehen und die Zeit zu nutzen. Vorrangig geht es darum die Finanzplanung zu erstellen, organisatorische Dinge abzuarbeiten und Sponsorengespräche zu führen.

bundesliga.de: Sie haben die Vereinsstrukturen vor der letzten Saison vorsichtig ausgebaut. Was für Veränderungen sind im Hinblick auf die 1. Bundesliga nötig und vorgesehen?

Fritsch: Im Marketing- und Vertriebsbereich werden wir personell nachlegen, damit wir den gestiegenen Arbeitsaufwand bewältigen können. Auch auf das erhöhte Medieninteresse werden wir mit zusätzlichen Mitarbeitern reagieren und uns verstärken. Ansonsten bleiben wir, auch aus wirtschaftlicher Vernunft, unseren schlanken Strukturen treu.

bundesliga.de: Die finanzielle Solidität ist Ihnen weiterhin besonders wichtig. Lässt sich das auch in der Bundesliga durchhalten? Oder wird es jetzt sogar etwas einfacher, da es mehr Einnahmen gibt?

Fritsch: Leider stehen den höheren Einnahmen genauso oder sogar höhere Ausgaben gegenüber. Vor diesem Hintergrund bleibt es bei unserem Credo des "ordentlichen Kaufmannes" und wir werden keine finanziellen Abenteuer eingehen.

bundesliga.de: Haben Sie für Ihre Herangehensweise andere Clubführungen als Vorbild oder sehen Sie im Darmstädter Weg eine Besonderheit?

Rüdiger Fritsch: Ich denke, jeder Club hat seine eigene Anforderungen und seine eigenen Herausforderungen. Etwas zu kopieren macht da wenig Sinn und man muss einen eigenen Weg finden. Wir haben gezeigt, dass wir mit unserer Herangehensweise, mit unseren Entscheidungen in der letzten Zeit nicht so schlecht gelegen haben. Viele Fehler haben wir jedenfalls nicht gemacht.

"Unsere Stärken sind Geschlossenheit, Wille und Demut"