Frankfurt - Bundesliga Rekordspieler Karl-Heinz Körbel hat mit der Eintracht Frankfurt Fußballschule das Trainingslager seines Vereins begleitet. Was ihn dabei überrascht hat, welche Pläne die Eintracht damit verfolgt und warum Traditionsvereine im Abstiegskampf besonders aufpassen müssen, erklärt er im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Wie kam es dazu, dass die Fußballschule von Eintracht Frankfurt ein Trainingslager der Profi-Mannschaft begleitet?

Körbel: Mit dieser Aktion wollen wir die Marke Eintracht Frankfurt auch im Ausland noch bekannter machen. Wir waren mit der Fußballschule schon dreimal in Shanghai zu Gast und haben viele positive Erfahrungen gesammelt. Letztes Jahr hatte dann unser Vorstandsmitglied Axel Hellmann die Idee, dass wir im Rahmen des Trainingslagers der Profis auch in Abu Dhabi dabei sein sollen, um Eintracht Frankfurt zu vertreten.

bundesliga.de: Was haben Sie vor Ort genau gemacht? Was waren Ihre Aufgaben?

"Überrascht, dass Frankfurt so bekannt ist"

Körbel: Wir haben die deutsche und verschiedene internationale Schulen besucht. Dort haben wir unsere Trainingsmethoden vorgestellt und den Kindern Trikot-Sets und Bälle geschenkt. Einerseits haben wir damit Eintracht Frankfurt repräsentiert und gleichzeitig mit den Kindern trainiert. Viele haben dabei zum ersten Mal aktiv Fußball gespielt. Insgesamt haben wir die Kinder mit einem Team aus fünf Trainern betreut, zu denen auch Oka Nikolov und Manfred Binz gehörten.

bundesliga.de: Wie sind Sie aufgenommen worden? Gab es besondere Reaktionen?

Körbel: Ich war überrascht, dass Eintracht Frankfurt so bekannt ist. In der Schule gibt es sogar einen Fan-Club und manche Kinder tragen das Trikot von Alex Meier. Sie wussten wer ich bin und dass ich die häufigsten Einsätze aller Bundesliga-Spieler habe. Insgesamt war es ein tolles Erlebnis zu sehen, welche Freude wir mit unserem Besuch bei den Kindern ausgelöst haben. Die haben sich am Ende alle persönlich bei uns bedankt.

bundesliga.de: Welche Ziele haben Sie mit der Fußballschule und was soll in Zukunft noch erreicht werden?

Körbel: Die Fußballschule ist der perfekte Botschafter für Eintracht Frankfurt und wir wollen damit zu anderen Vereinen aufholen. Manchester City ist zum Beispiel mit seiner Fußballschule acht Monate in Abu Dhabi. Der FC Barcelona ist hier aktiv und Bayern München hat eine enorme Präsenz, zum Beispiel mit ihren Trikots in den Einkaufscentern. Auch wir wollen unsere internationale Stellung ausbauen und unser Profil im Ausland stärken. Wir planen eine solche Aktion mit der Fußballschule auch für die USA. Dafür stellen wir ein internationales Team auf, bei dem unter anderem Oka Nikolov mit seiner Amerika-Erfahrung ein fester Bestandteil sein soll. Das passiert auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball Liga, um die Bundesliga insgesamt zu stärken.

"Grundsätzlich den Fußball vor Ort stärken"

bundesliga.de: Welche Orte kommen für die Internationalisierung noch in Frage?

Körbel: Wir haben die Idee, dass wir das in Verbindung mit der Stadt Frankfurt machen und zum Beispiel die Partnerstädte von Frankfurt ansprechen. Dort wollen wir wie in Abu Dhabi in Schulen vor Ort gehen und Trainingsstunden abhalten. Im September oder Oktober werden wir unabhängig von der ersten Mannschaft noch mal nach Abu Dhabi gehen. Momentan arbeiten wir ein Konzept aus, wie wir einheimische Kinder in einem größeren Rahmen einbinden können.

bundesliga.de: Welchen Nutzen haben diese Aktionen über die Markenbildung hinaus?

Körbel: Wir können auch gesellschaftlich etwas ändern. Ernährung ist zum Beispiel ein großes Thema. In Abu Dhabi, aber auch in den USA. Wie wichtig Sport oder Bewegung ist und welche Rolle die Ernährung spielt. Außerdem wollen wir in Zukunft einheimische Trainer in die Fußballschule einbeziehen und coachen. So wollen wir grundsätzlich den Fußball vor Ort stärken.

Das Gespräch führte Alexander Dionisius