Köln - Wie entsteht aus einer guten Idee ein funktionierendes Projekt? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 50 Vertreter von Fanbetreuern, Fanprojekten und Non-Profit-Organisationen beim zweiten PFiFF-Informationstag am 19. November im Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

PFiFF steht für den "Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur", der im Januar 2014 vom Ligaverband e.V. zur Stärkung der Fußballkultur und zur präventiven Fanarbeit ins Leben gerufen wurde. Von 2014 bis 2016 stellt der Ligaverband jährlich einen Förderbetrag von 500.000 Euro zur Verfügung. PFiFF zielt dabei insbesondere auf die Unterstützung von Projekten für Toleranz und die Stärkung zivilgesellschaftlichen Enga- gements sowie gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Im Zentrum stehen zudem die Förderung von Prävention und Sicherheit rund um den Fußball sowie von Initiativen zur Entwicklung einer positiven Fankultur bzw. zur Selbstregulierung der Fanszenen. (Mehr Informationen zu PFiFF unten im Download).

Rettig: "Müssen achtsam gegen Rechts sein"

NRW-Innenminister Ralf Jäger stellte in seiner Begrüßungsrede vor den rund 50 Gästen, darunter auch der Vorsitzende des Nationalen Ausschusses Sport und Sicherheit (NASS), Bernd Heinen, die immer besser funktionierende Zusammenarbeit zwischen Politik und Sport sowie den anderen Netzwerkpartnern heraus. "Ich freue mich, dass der PFiFF-Informationstag hier im Haus stattfindet. DFL, Vereine und Fanprojekte im Innenministerium - das ist ein schönes Zeichen, wie sich die Netzwerkarbeit in den vergangenen Jahren verbessert hat", erklärte Jäger. "Dafür bedanke ich mich ganz besonders bei Andreas Rettig und der DFL. Deutschland ist in Sachen Fans und Stimmung Vorreiter in Europa. Wir sollten gemeinsam daran arbeiten, das zu erhalten", gab der Innenminister den Teilnehmern mit auf den Weg.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig lobte ebenfalls den konstruktiven Umgang aller Parteien. "Wir müssen wachsam gegenüber der rechten Szene sein. Auch das Thema Inklusion ist für die DFL von zentraler Bedeutung. PFiFF soll gezielt Initiativen und Projekte unterstützen und ist ein klares Bekenntnis zur Prävention", sagte Rettig. Förderfähig sind präventive Projekte mit Bezug auf die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga. Die Maximale Fördersumme pro Antrag beträgt 50.000 Euro. So sollen möglichst viele verschiedene Projekte und Standorte unterstützt werden. "Wir haben uns externe Partner für die Umsetzung ins Boot geholt, weil es wichtig ist, dass man sich auch für Ideen nach außen öffnet", erläuterte Rettig.

Die Kernidee des Antrags ist wichtig

Als Leiter Fanangelegenheiten der DFL ist Thomas Schneider mit der praktischen Umsetzung betraut. Gemeinsam mit Prof. Dr. Werner Steffan, Britta Klose und Heijo de Vries von der Fachhochschule Potsdam und der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH (EXIT) bearbeitet die Abteilung Fanangelegenheiten die eingehenden Anträge. "Wichtig ist für uns vor allem die Kernidee eines Antrags. Es schlummert unheimlich viel Kreativität rund um den Fußball. Die wollen wir mit PFiFF aktivieren", skizzierte Schneider eine wichtige Intention der Fördermaßnahmen.

Im Laufe der Informationsveranstaltung wurde den Teilnehmern erläutert, worauf es bei der Antragsstellung ankommt, sowie eine Checkliste an die Hand gegeben. "Wir möchten erreichen, dass keine guten Ideen im Sande verlaufen, weil der Antrag fehlerhaft ist", erklärte Schneider die proaktive Vorgehensweise. Und diese Maßnahmen kommen sehr gut an. Schon in der Vorstellungsrunde gab es viel Lob für PFiFF. "Mittlerweile hat sich herumgesprochen, wie stark sich Ligaverband und DFL engagieren. PFiFF wird von allen Beteiligten sehr gut angenommen", freute sich Schneider über die positiven Reaktionen.

"Das Feedback der Teilnehmer zeigt, wie wichtig diese Veranstaltungen sind", schloss Schneider ein positives Fazit. Deshalb wird es im neuen Jahr mit weiteren PFiFF-Informationsveranstaltungen in anderen Teilen Deutschlands weitergehen. Möglichst viele Ideen zu den Themen Fankultur und präventive Fanarbeit sollen in Projekte umgesetzt werden, die nachhaltige Wirkung entfachen. Mit Blick auf die Resonanz aus den verschiedenen Netzwerken ist Thomas Schneider optimistisch: "Der Schneeballeffekt, den wir uns erhofft haben, scheint zu funktionieren.“

Florian Reinecke