Der Ärger über den verpassten ersten Sieg in der Bundesliga seit viereinhalb Jahren wich beim Aufsteiger SC Freiburg schnell der Erleichterung über die gesundheitlichen Fortschritte des im Juni auf einer Kartbahn schwer verunglückten Profis Ömer Toprak. Der 20 Jahre alte Innenverteidiger verfolgte das 1:1 (0:1) der Breisgauer gegen den Hamburger SV am Sonntag live im Freiburger badenova-Stadion.

Vor Spielbeginn saß Toprak sogar auf der Freiburger Bank, und Stadionsprecher Claus Köhn begrüßte den U19-Europameister bei der Präsentation der Gastgeber als letzten Spieler mit der Rückennummer 38.

Dutt lobt Topraks mentale Stärke

"Mit der Verlegung nach Freiburg ist die Genesung von Ömer Toprak voll im Zeitplan. Der Junge ist mental sehr stark, er freut sich, dass er draußen ist", sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt nach dem überraschenden öffentlichen Auftritt des erst am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassenen Deutsch-Türken.

Toprak, der sich vor rund zwei Monaten bei einem Kartunfall schwerste Verbrennungen zugezogen hatte, wird nun in Freiburg mit den Reha-Maßnahmen beginnen, um schnellstmöglich wieder auf den Fußballplatz zurückkehren zu können.

Wann der Verteidiger wieder eingreifen kann, steht derzeit aber noch in den Sternen. "Das werden die nächsten Monate zeigen. Alle Mobilisationsübungen, die bisher durchgeführt wurden, standen unter dem Aspekt der gesundheitlichen Reha. Mit Hochleistungssport hatte das noch nichts zu tun", sagte Dutt.

"Wir waren dem Sieg näher"

Derweil hatte der erste Bundesliga-Auftritt der Breisgauer seit 1541 Tagen gegen den indisponierten HSV sehr viel mit Fußball auf höchstem Niveau zu tun.

Überzeugen konnte im Mittelfeld vor allem die "Doppel-Sechs" mit Johannes Flum und Ivica Banovic, die in Staubsauger-Manier die Offensivaktionen der Hamburger im zweiten Durchgang komplett zum Erliegen brachten. "Wir waren dem Sieg näher. Das war ein gelungener Einstand, wir haben viel Moral gezeigt. Ich war sogar ein bisschen überrascht, dass wir so gut mitgehalten haben", sagte Flum.

Spitzen in Richtung Experten

Nach seiner gelungenen Bundesliga-Premiere und der begeisternden Vorstellung seines Teams verspürte SC-Trainer Dutt eine gewisse Genugtuung.

"Mich freut, dass wir die Experten widerlegen konnten, die uns schon vor dem ersten Spieltag als sicheren Abstiegskandidaten gesehen haben. Mit dem Remis gegen den HSV haben wir eine erste Duftmarke gesetzt, obwohl uns bei unserem schweren Auftaktprogramm auch drei Punkte gut zu Gesicht gestanden hätten. Nun wollen wir nächste Woche beim VfB was holen. Wir werden auf jeden Fall wieder an unsere Grenze gehen", äußerte Dutt schon im Hinblick auf die Partie in Stuttgart am kommenden Samstag.