Der FC Bayern ist am 22. Spieltag haarscharf an der Tabellenführung vorbei geschrammt. Ein Tor zu wenig schoss der Rekordmeister beim 3:1 (1:1) gegen Borussia Dortmund, um die Tabellenführung zu übernehmen

Während die Münchner in der Offensive attraktiven Kombinationsfußball zeigten, schlichen sich bei der Defensivarbeit wie schon in den zwei Spielen zuvor Nachlässigkeiten ein. Rechtsverteidiger Philipp Lahm spricht im Interview über die verpasste Chance auf Platz 1, die phasenweise anfällige Abwehr und die "Flügelzange" des FC Bayern.

Frage: Herr Lahm, Ihr Team hat sich in der Anfangsphase schwer getan, woran lag es?

Philipp Lahm: Dortmund hatte eine sehr gute Ordnung in der Mannschaft und stand gut organisiert. Dann wird es schwer - auch für uns.

Frage: Louis van Gaal ist in den letzten Partien in der Halbzeit "böse geworden", wie er anschließend selbst gesagt hat. Heute auch?

Frage: Nein. Jeder wusste aber, dass wir besser spielen müssen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann offensiv gemacht. In der Defensive haben wir jedoch noch immer zu viel zugelassen.

Frage: Es hat den Anschein gemacht, dass der FC Bayern nach dem 3:1 ein wenig auf die Bremse getreten ist. Wollten Sie heute noch gar nicht zwingend Tabellenführer werden?

Frage(lacht): Ich glaube, dass wir diese eine Chance schon noch hatten, um das Tor zur Tabellenführung zu schießen. Wir müssen heute glücklich und zufrieden sein mit dem Erfolg, denn Dortmund hatte auch viele Möglichkeiten.

Frage: War in erster Linie ein Erfolgserlebnis das Ziel, im Hinblick auf das Achtelfinalspiel in der Champions League am Mittwoch gegen Florenz?

Lahm: Man muss so ein Spiel immer erst mal gewinnen. Man darf nicht vergessen, dass die Dortmunder eine sehr eine starke Leistung abgeliefert haben und durchaus Chancen hatten, das 2:1 zu machen oder das Ausgleichstor zum 2:2 zu erzielen. Zum Thema Tabellenführung: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ganz oben stehen.

Frage: Wie haben Sie das Spiel von Franck Ribery und Arjen Robben auf den Außenbahnen gesehen?

Lahm: Beide sind offensiv extrem stark im Eins-gegen-eins, aber auch in Eins-gegen-zwei-Situationen. Wie man gesehen hat, kann der eine den anderen auch sehr gut einsetzen.

Frage: Sind Sie als Abwehrspieler froh, gegen keinen der beiden spielen zu müssen?

Lahm: Beide können das ja dann in der Nationalmannschaft tun.

Frage: Was muss der FC Bayern am Mittwoch gegen Florenz anders machen als heute?

Lahm: In der Defensive muss die ganze Mannschaft besser arbeiten. Wir haben viel zu viele gute Torchancen zugelassen.

Frage: Wie können Sie das kurzfristig abstellen?

Lahm: Das war jetzt in den letzten drei Spielen so der Fall: gegen Wolfsburg, gegen Fürth und nun gegen Dortmund. Vorher haben wir es immer gut in den Griff bekommen. Daran muss die gesamte Mannschaft wieder arbeiten, denn in der Champions League wird das knallhart bestraft.

Aus der Allianz Arena berichtet Andreas Messmer