Es gibt ohne Zweifel einfachere Aufgaben, als in die Niederungen der UEFA-Pokal-Qualifikation abzutauchen und Mannschaften mit Namen an der Grenze zur Unaussprechlichkeit vorzustellen.

Mannschaften wie Metalurgs Liepaja, FC Honka Espoo, Haka Valkeakoski, FC ETO Györ, Slaven Belupo Koprivnica oder FH Hafnarfjördur.

Viele Fragen, wenige Antworten

Oder eben Interblock Ljubljana. Der Gegner von Hertha BSC Berlin. Verhältnismäßig einfach auszusprechen, keine Frage. Viele Fragezeichen gibt es hinter dieser großen Unbekannten aber dennoch.

Eine erste Antwort liefert einmal mehr Wikipedia. Und vielleicht sollte man es bei dieser Antwort auch belassen. Wenn man die slowenische Hauptstadt Ljubljana als Suchbegriff in die freie Enzyklopädie eingibt, dann bekommt mal viele interessante Informationen. Schließlich kann die mit rund 300.000 Einwohnern größte Stadt des Landes auf eine Gründungsgeschichte blicken, die sich bis in die Spätantike zurückdatieren lässt.

Fünftes Rad am Wagen

Vier Sportvereine sind in Ljubljana beheimatet. Da wäre zum einen HDD Olimpija Ljubljana, zehnfacher slowenischer und achtfacher jugoslawischer Eishockeymeister. Es gibt KK Olimpija Ljubljana, den bekanntesten Basketballverein Sloweniens und NK Olimpija Ljubljana, den erfolgreichsten Fußballverein des Landes.

Und dann hätten wir da noch Interblock Ljubljana. Ein Fußballverein. Meint Wikipedia. Mehr nicht. Kein erfolgreicher Fußballverein, kein bekannter Fußballverein. Nur ein Fußballverein eben. Und damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Denn im Gegensatz zu seiner Heimat, verfügt Interblock nicht gerade über nennenswerte historische Fußnoten.

Geld gewinnt Pokal

Den Verein gibt es seit 2006. Als NK Factor gelang vor zwei Jahren der Aufstieg in die höchste slowenische Spielklasse, der Prva Liga Telekom. Umgehend kaufte mit Joze Pececnik ein slowenischer Geschäftsmann den Club auf. Seitdem ist Interblock vielleicht nicht der beliebteste, bekannteste oder erfolgreichste slowenische Fußballclub, dafür aber immerhin einer der kapitalkräftigsten.

Im ersten Jahr nach dem Aufstieg gewann Interblock auch gleich den nationalen Pokal. Wohl der einzige Punkt, den die Slowenen der Hertha voraus haben. Die bekanntesten ehemaligen Spieler des Vereins sind Marko Simeunovic und Ljubisa Strbac.

Ersterer war Torwart und spielte die erste Saison nach Aufstieg für Interblock. Leichtes Abtrainieren. Schließlich war Simeunovic da bereits fast 40 Jahre jung. Strbac spielte in der vergangenen Saison für Erzgebirge Aue in der 2. Bundesliga. In sechs Partien erzielte er ein Tor.

Gefahr von der Bank?

Was die aktuelle Torgefahr anbelangt hat Interblock nachgerüstet. Mit Dario Zahora trägt nun Kroatiens Torschützenkönig das Trikot des neureichen Clubs. Ansonsten sitzt das prominenteste Team-Mitglied seit Wochenbeginn auf der Bank. Alberto Bigon kam vom FC Sion in die slowenische Hauptstadt. Als Spieler war der Italiener unter anderem für Milan und Lazio aktiv.

Aber in Berlin darf man mit relativer Sicherheit davon ausgehen, dass sich der 61-jährige Trainer unabhängig vom Spielgeschehen nicht mehr selber einwechseln wird.

Michael Wollny