Jan Schlaudraff gilt bei Hannover 96 als der Toptransfer in dieser Sommerpause. Der 24-jährige Offensivallrounder blickt auf ein sportlich wenig befriedigendes Jahr beim Rekordmeister FC Bayern München zurück. Verletzungspech und hochrangige Konkurrenz ließen den dreifachen Nationalspieler lediglich auf acht Profieinsätze kommen.

Nun soll er die Offensive der "Roten" aus Hannover zu neuer Durchschlagskraft verhelfen. Im Interview mit der 96-Webseite schildert Schlaudraff seine ersten Eindrücke bei den Leinestädtern, spricht über seine Ziele und wirft einen Blick zurück auf seine Zeit bei den Bayern.

Frage: Herr Schlaudraff, herzlich Willkommen bei Hannover 96. Wie sind Ihre ersten Eindrücke von Hannover 96 und der Stadt selber?

Jan Schlaudraff: Von Hannover habe ich noch nicht so viel sehen können, weil ich erst seit Sonntag hier bin. Ich habe im Hotel das EURO-Finale gesehen und bin dann am Montag zum Training gekommen. Da wurden wir begrüßt und ich denke, dass die neuen Spieler hier sehr, sehr gut aufgenommen wurden. Es hat Spaß gemacht. Wir haben locker trainiert, am Dienstag war der Laktattest und heute trainieren wir zwei Mal. Meine ersten Eindrücke sind also durchweg positiv.

Frage: Sie gelten in der Öffentlichkeit als der Top-Transfer bei Hannover 96 und mit Ihnen sind sicherlich große Hoffnungen verbunden. Wie definieren Sie Ihre persönlichen Ziele und die Ziele für die Mannschaft?

Schlaudraff: Ich hoffe erstmal, dass ich gesund bleibe, was im letzten Jahr leider nicht immer der Fall war. Darüber hinaus versuche ich natürlich, so viele Spiele wie möglich zu machen. Wenn man 30 Spiele in einer Saison macht, dann muss die Leistung soweit okay sein, dass die Mannschaft und die Trainer damit zufrieden sein können. Daher ist es mein Ziel, so viel wie möglich zu spielen. Das Ziel der Mannschaft ist nicht ganz einfach zu definieren. Die Leistung in der letzten Saison war sehr, sehr positiv. Die Erwartung ist dadurch im ganzen Umfeld und bei den Fans gestiegen, was nicht immer einfach ist. Natürlich werden wir mit der Mannschaft, die wir jetzt haben, versuchen an die erfolgreiche Zeit im letzten Jahr anzuknüpfen und uns weiter zu festigen. Dann werden wir uns sicher in den nächsten ein, zwei Jahren im oberen Drittel festsetzen können.

Frage: Wie war Ihr Jahr beim FC Bayern? Kann man sagen, dass Ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden?

Schlaudraff: Ja, das kann man schon sagen. Verletzungsbedingt habe ich nur sehr wenig gespielt, genauer gesagt, weniger als ich mir erhofft hatte. Dennoch werde ich sicher von diesem Jahr profitieren. Ich bin mir sicher, dass mir meine Zeit in München für meinen weiteren Weg helfen wird, auch wenn es eine schwere Zeit war. Ich habe dort viel gelernt und ich bin nicht traurig darüber, dort gewesen zu sein.