Hamburg - Vor Freude pfeifend wartet Ivo Ilicevic im Aufzug auf die Ankunft zur Presserunde. Wer ihm in diesen Tagen über den Weg läuft, sieht die pure Vorfreude in seinem Gesicht. Kaum eine Spur von der schweren Zeit, die hinter ihm liegt. Ein Gegenbild zur vergangenen Spielzeit: Die war für Ilicevic durch mehrere Verletzungen negativ geprägt. Ein Muskelfaserriss im Oktober, Wadenprobleme im Januar und Adduktorenbeschwerden im April hinderten den 25-jährigen Kroaten in seinem ersten Spieljahr beim HSV, so richtig Fuß zu fassen.

Hinzu kam die Verletzung kurz vor dem Start der Europameisterschaft. Beim Training der kroatischen Nationalmannschaft bekam der schussstarke Rechtsfuß, der sich vorwiegend im linken Mittelfeld heimisch fühlt, einen Schlag auf die linke Wade - sein EM-Aus. Seine erste HSV-Saison mit dem persönlichen Ausscheiden bei der EM war für den 25-Jährigen eine schwere Zeit, "die schwierigste Zeit meiner Karriere", wie er schildert. Ich war enttäuscht, habe die Europameisterschaft und die Spiele der kroatischen Nationalmannschaft mit gemischten Gefühlen beobachtet. Ich hätte gern selber mitgespielt und gezeigt, was ich kann. Es wäre mein erstes großes Turnier gewesen."

"Freue mich, wieder angreifen zu können"



Die Zeit während der kontinentalen Endrunde verbrachte Ilicevic bei seiner Familie in Aschaffenburg, wo er auch seine Reha-Maßnahmen absolvierte. "Das hat mir Kraft gegeben und viel bedeutet." Seinen Landsleuten attestierte der Kroate eine "gute EM, auch wenn wir in der Vorrunde gegen Spanien und Italien ausgeschieden sind."

Jetzt setzt der 25-Jährige den Fokus auf sein zweites Spieljahr im HSV. "Ich fühle mich fit und gesund" teilt er optimistisch mit. Noch muss er einige Einheiten auf seine Mitspieler aufholen, doch in der kommenden Woche soll er wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen. "Ich freue mich, angreifen zu können", blickt der Kroate voller Vorfreude und Tatendrang auf die am Montag beginnenden Asienreise.