Am Dienstagabend (23.9.) herrschte wieder einmal große Aufregung in Zonguldak.

Aus dem kleinen Ort am Schwarzen Meer stammt die große Familie von Mesut Özil, die den Pokalauftritt des Bremer Mittelfeldspielers bei Erzgebirge Aue via Satelliten-TV verfolgte.

Volksfestimmung

Schon das Tor des 19-Jährigen beim Bremer 5:2-Triumph in der Münchner Allianz Arena gegen Rekordmeister FC Bayern hatte in der Türkei ein kleines Volksfest ausgelöst.

"Ich habe von dort nach dem Sieg in München ganz viele Glückwünsche bekommen", berichtete Özil, dessen Vorname nicht besser zu seiner augenblicklichen Gemütslage passen könnte: Mesut heißt nämlich auf Türkisch glücklich. Acht Monate nach seinem Wechsel aus seiner Geburtsstadt Gelsenkirchen nach Bremen scheint der begabte Dribbler in der Hansestadt angekommen zu sein.

Image aufpoliert

Mit dem Image eines teuren, unmündigen Jungprofis war Özil von Schalke 04 zum deutschen Vize-Meister gekommen. Dieses Klischee versuchte der junge Mann in der Folgezeit durch extreme Zurückhaltung auf und vor allem neben dem Spielfeld zu korrigieren. Und das war selbst der ruhigen Führungscrew der Hanseaten ein bisschen zu viel der Zurückhaltung.

"Auf und neben dem Platz geht er die Sache etwas offensiver an und stellt sich vielen Dingen", äußerte sich Cheftrainer Thomas Schaaf positiv über seinen Hoffnungsträger. Schließlich gilt der U19-Nationalspieler als potenzieller Nachfolger von Superstar Diego.

Allofs ist begeistert

Und spätestens dann soll Özil von der Assistentenrolle in die Chefposition wechseln. Die Fähigkeiten dafür sieht Werder-Sportdirektor Klaus Allofs als gegeben an: "Sie sind überragend. Auch Mesuts Schnelligkeit birgt großes Potenzial für die Zukunft."

Doch nun ist Özil auf dem besten Weg, die in ihn gesetzten Erwartungen bei den Norddeutschen zu erfüllen. Er erklärt: "Ich spüre das Vertrauen von Trainer und Manager, die immer von mit überzeugt waren. Das versuche ich jetzt zurückzugeben."