Da ist es wieder: dieses verschmitzte Lächeln. Auch der Schalk im Blick ist zurück.

Dieser Tage erlebt man wieder einen gut aufgelegten Lukas Podolski. Kein Wunder: Nach einer enttäuschend verlaufenden Hinrunde mit sporadischen Einsatzzeiten gestaltet sich die Rückrunde beim FC Bayern München für den 23-Jährigen deutlich erfreulicher.

Sportliche Zukunft geklärt

Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen wurde in der Winterpause Klarheit bezüglich seiner sportlichen Zukunft geschaffen - im Sommer wechselt er zurück zum 1. FC Köln.

"Ich war froh, dass wir das Wechsel-Thema in der Winterpause abhaken konnten. Sonst wäre das immer weiter gegangen und ich hätte keine Ruhe davor gehabt. Kann schon sein, dass ich jetzt freier im Kopf bin, vielleicht sogar erleichtert, dass diese Entscheidung gefallen ist", sagte Podolski im Interview mit fcbayern.de.

Selbstvertrauen ist zurück

Zudem hat der Angreifer seine gesundheitlichen Probleme aus der Schlussphase der Hinrunde überwunden und präsentiert sich wieder in guter Verfassung. Und durch die Verletzungen seiner FCB-Mannschaftskameraden Luca Toni und Miroslav Klose erhielt "Poldi" zuletzt wieder die Möglichkeit, regelmäßig auf dem Platz zu stehen und sich beim Rekordmeister zu beweisen.

Mit Erfolg: Ein Tor in der Bundesliga gegen Hannover 96 (5:1), ein "Doppelpack" gegen Sporting Lissabon (7:1) in der Champions League und eine Torvorlage in der Bundesliga-Partie beim VfL Bochum (3:0) - Podolskis Formkurve zeigt ganz eindeutig nach oben, was den Betroffenen selbst natürlich erfreut. "Die vergangenen Monate waren für mich nicht so zufriedenstellend wie gewünscht", sagte der Bayern-Stürmer auf einer Pressekonferenz des DFB in Leipzig, "mittlerweile habe ich aber wieder Selbstvertrauen gewonnen und viel Spaß am Fußball".

Auch Löw erfreut

Apropos Leipzig: Podolskis Leistungssteigerung ist natürlich auch Bundestrainer Joachim Löw nicht entgangen. Nach seiner verletzungsbedingten Pause gehört Podolski wieder dem DFB-Kader an und steht im 23-köpfigen Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein am Samstag in Leipzig (ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) und Wales am Mittwoch in Cardiff.

"Es ist sehr erfreulich, dass Lukas beim FC Bayern wieder eine gute Rolle spielt", sagte Löw, "unabhängig davon hätten wir ihn aber auf jeden Fall für die beiden Länderspiele eingeladen, denn wir haben immer gesagt, dass Lukas, sobald er den richtigen Trainings-Rhythmus hat, für uns ein wertvoller Stürmer ist, dem wir großes Vertrauen entgegenbringen."

Das erste Spiel der Nationalmannschaft des Jahres 2009 im Februar gegen Norwegen (0:1) hatte Podolski wegen Trainingsrückstands noch verpasst.

Zum Abschied die Meisterschaft

Er ist also wieder da, der "Poldi" - sowohl beim FC Bayern als auch im Nationalteam. Und das keinen Deut zu früh. Mit der Nationalelf geht es jetzt in die heiße Phase der WM-Qualifikation für die Titelkämpfe im kommenden Jahr in Südafrika.

Und mit dem FC Bayern startet Podolski nach der Länderspielpause in die Endphase der Saison 2008/09. Noch zwei Titel sind drin: In der Champions League wartet im Viertelfinale der Kracher gegen den FC Barcelona und in der Bundesliga stehen die letzten neun Spieltage im Kampf um die Deutsche Meisterschaft an. Der Startschuss fällt am kommenden Spieltag beim besten Rückrundenteam, dem VfL Wolfsburg.

Gegenüber fcbayern.de formulierte Podolski seine klare Vorstellung für den Rest der Saison: "Mein Hauptziel ist es, mich mit dem Meistertitel aus München zu verabschieden. Noch mal die Meisterschale in der Hand halten zu können, wäre ein toller Abschied."

Und da wäre es sicher wieder: das verschmitzte Lächeln. Und auch der Schalk im Blick...

Sven Becker