Leverkusen - Der Rückrundenauftakt verlief etwas holprig, aber erfolgreich. Bayer Leverkusen besiegte Mainz 05 und fährt nun voller Tatendrang zum richtungsweisenden Spiel nach Bremen. Mit einem Erfolg an der Weser könnte die "Werkself" die Hanseaten überholen und auf Platz 5 vorrücken. Bayer-Angreifer Andre Schürrle sprach mit bundesliga.de über den Rückrundenstart und die kommenden Aufgaben.

bundesliga.de: Herr Schürrle, Bayer 04 ist mit einem Sieg gegen Mainz in die Rückrunde gestartet. Wie zufrieden waren Sie mit dem Spiel?

Andre Schürrle: Die erste Halbzeit gegen Mainz war ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zur Hinrunde. Wir haben sehr gut gespielt. Die Mainzer hatten wenige Lösungen. Wir hätten vielleicht noch das ein oder andere Tor mehr machen können als die 2:0-Pausenführung. Die zweite Halbzeit war weniger gut, aber Hauptsache wir haben den Sieg eingefahren.

bundesliga.de: Was hat Bayer besser gemacht als in weiten Teilen der Vorrunde?

Schürrle: Wir waren sehr dominant, sehr griffig und hatten eine sehr hohe Intensität in den Zweikämpfen. Wir haben auch die meisten gewonnen. Das muss die Basis sein, auf der wir wieder aufbauen können.

bundesliga.de: Trotz des Sieges waren die Fans unzufrieden. Wie erklären Sie sich das derzeit etwas angespannte Verhältnis zwischen der Mannschaft inklusive Trainer und den Fans?

Schürrle: Ich glaube, man muss die Fans fragen, was sie erwarten. Sicher würden wir uns wünschen, dass die Fans feiern, vielleicht auch einmal sich selbst und uns unterstützen. Im Moment ist es etwas schwierig, was auch daran liegt, dass wir gegen Mainz in der zweiten Hälfte nicht den Fußball gespielt haben, den die Fans sehen wollen. Dann kommt es eben zu Pfiffen. Am Ende sollten alle dann nach einem 3:2-Sieg aber auch mal zufrieden sein.

bundesliga.de: Wie haben Sie sich selbst im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres gefühlt?

Schürrle: Ich hab mich gut gefühlt, war gut in den Zweikämpfen. Ich hatte auch in der Rückwärtsbewegung einige Balleroberungen. Ich hätte vielleicht öfter den direkten Weg zum Tor wählen müssen, um selber zum Torschuss zu kommen. Aber ich merke, dass das alles kommt und die Fitness zurückkehrt.

bundesliga.de: Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer persönlichen Vorrunde? Ihr erstes Halbjahr in Leverkusen lief sicher nicht ganz nach Wunsch.

Schürrle: Das hatte aber weniger mit der neuen Umgebung oder dem neuen Verein zu tun. Wenn die Mannschaft nicht gut spielt, dann spielt auch der Einzelne weniger gut. Das ist ganz normal. Natürlich wünsche ich mir mehr Tore. Die Chancen waren da, aber ich habe sie nicht so gut genutzt. Trotzdem bleibe ich da ganz gelassen. Das kommt wieder.

bundesliga.de: Die Konkurrenz in der Bayer-Offensive ist groß. Eren Derdiyok und Stefan Kießling sitzen immer mal wieder auf der Bank. Sie haben Ihren Stammplatz.

Schürrle: Ich bin ja auch kein Stürmer in vorderster Front, sondern spiele links hinter der Spitze. Ich könnte auch weiter vorne spielen. Der Trainer hat die Wahl, wen er wohin stellt.

bundesliga.de: Nach dem Sieg gegen Mainz steht nun das Spiel bei Werder Bremen auf dem Programm. Leverkusen könnte mit einem Sieg an den Hanseaten vorbeiziehen und weiter Druck auf die Champions-League-Plätze ausüben. Bleiben die Top 4 der Tabelle das Ziel von Bayer 04?

Schürrle: Wir müssen aufhören, über irgendwelche Platzierungen zu sprechen. Wir müssen schauen, dass die Leistung auf dem Platz stimmt, dass wir einfach alles geben. Jeder für jeden. Wenn wir unsere Qualität abrufen, mit Leidenschaft und Intensität spielen, dann gewinnen wir auch die Spiele. Und dann können wir auch in Bremen gewinnen. Das wäre schon sehr wichtig.

bundesliga.de: Wer sind die Hauptkonkurrenten der "Werkself"?

Schürrle: Die Mannschaften, die jetzt vor uns stehen. Vielleicht kommt noch ein Club dazu, der noch hinter uns platziert ist. Aber wir müssen in erster Linie sehen, dass wir selbst unsere Punkte holen. Dann schauen wir mal, für welchen Platz es am Ende reicht.

bundesliga.de: In rund drei Wochen gastiert der FC Barcelona in der Champions League in Leverkusen. Wie weit weg ist diese Partie noch?

Schürrle: Barcelona ist noch sehr weit weg. Darauf konzentrieren wir uns erst, wenn sie bei uns vor der Haustür stehen. Bis dahin darf dieses Spiel bei uns im Kopf keine Rolle spielen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski