Für viele Mitglieder und Fans des VfB Stuttgart bedeutete der 30. Juli einen Neuanfang. Die Spielstätte der Schwaben, das Gottlieb-Daimler-Stadion, heißt ab sofort Mercedes-Benz Arena. Die VfB-Fans haben im neuen Torwart Jens Lehmann bereits ihren Liebling gefunden.

Und der für den bisherigen Kapitän Fernando Meira verpflichtete Defensivmann Khalid Boulahrouz startete seinen zweiten Anlauf im deutschen Fußball, nachdem das erste Kapitel beim Hamburger SV im August 2006 etwas unrühmlich mit einer vorgetäuschten Verletzung geendet hatte.

Auf einem guten Weg

Wie Lehmann bestritt auch der niederländische Nationalspieler im Test gegen den FC Arsenal sein erstes Spiel im VfB-Trikot. Mit 1:3 (0:0) ging die Premiere verloren, doch Boulahrouz wähnt sich und den VfB auf einem guten Weg.

Im Interview mit bundesliga.de spricht er über die Gründe für seinen Wechsel nach Stuttgart und über die Unterschiede zwischen Premier League und Bundesliga.


bundesliga.de: Herr Boulahrouz, wie beurteilen Sie Ihre Leistung bei Ihrem ersten Auftritt im VfB-Trikot?

Khalid Boulahrouz: In der ersten Halbzeit habe ich mich eigentlich ganz gut gefühlt, aber im zweiten Durchgang hat mir dann die Kraft gefehlt. Da lief nicht alles so, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber das ist normal, wenn man so lange kein Spiel gemacht hat. Wichtig war, dass ich 90 Minuten durchgespielt habe. Ich denke, die absolute Fitness wird sehr schnell zurückkommen, und dann klappt es auch besser mit dem Zweikampfverhalten.

bundesliga.de: Und bei wie viel Prozent sehen Sie derzeit den VfB?

Boulahrouz: Das ist schwer zu sagen, da die Spieler in einem unterschiedlichen körperlichen Zustand sind. Manche haben schon länger trainiert, einige erst seit ein paar Tagen.

bundesliga.de: War der FC Arsenal eine Nummer zu groß für Stuttgart?

Boulahrouz: Nein, das glaube ich nicht. Wir hatten in der ersten Halbzeit auch unsere Chancen, haben sie aber nicht verwertet. Außerdem war es ein Freundschaftsspiel, daher sollte man nicht zu viel in das Ergebnis hineininterpretieren.

bundesliga.de: Wie wichtig sind solche Partien wie gegen den FC Arsenal für die Viererkette, um sich einzuspielen?

Boulahrouz: Sehr wichtig, denn man spielt gegen Stürmer, die sich sehr viel und sehr schnell bewegen. In der Bundesliga wird etwas ruhiger, etwas statischer gespielt. Für uns Abwehrspieler war das daher sehr hilfreich.

bundesliga.de: Wie hat die Verständigung mit den Abwehrkollegen in Ihrem ersten Spiel geklappt?

Boulahrouz: Für den Anfang war es okay. Aber um perfekt aufeinander abgestimmt zu sein, müssen wir natürlich länger zusammenspielen.

bundesliga.de: In den ersten 45 Minuten haben Sie auf der rechten Seite der Abwehrkette gespielt, nach der Pause dann in der Innenverteidigung. Wo spielen Sie am liebsten?

Boulahrouz: Es ist bekannt, dass ich lieber in der Innenverteidigung spiele, aber ich will daraus kein großes Thema machen. Das entscheidet der Trainer.

bundesliga.de: Was hat den Ausschlag für Ihren Wechsel nach Stuttgart gegeben?

Boulahrouz: Das gute Gefühl, das mir der Club und seine Verantwortlichen in den Gesprächen gegeben haben. Das war eminent wichtig nach allem, was mir und meiner Familie in letzter Zeit passiert ist. Dass in Deutschland alles gut organisiert ist, wusste ich schon vorher. Aber so, wie alles hier beim VfB abläuft, davon bin ich ganz begeistert.

bundesliga.de: Welche Ziele wollen Sie mit dem VfB erreichen?

Boulahrouz: So viele und so hohe wie möglich! Aber ich bin nicht der Typ, der jede Woche eine Wasserstandsmeldung abgibt, was man noch erreichen könnte.

bundesliga.de: Aber Sie haben doch bestimmt ein Saisonziel, oder?

Boulahrouz: Ja, aber das behalte ich für mich. Und am Ende werden wir dann sehen, wo wir stehen.

Das Gespräch führte Denis Huber