Bundesliga

HSV: einen Schritt vor und einen zurück

Berlin - Nach der verdienten Niederlage bei Hertha BSC fragt man sich beim Hamburger SV: Ist der zarte Aufschwung schon wieder vorbei? Den Sprung aus dem Tabellenkeller hat der Dino einstweilen verpasst und nun warten schwere Aufgaben.

Zinnbauer: "Nicht alles schlechtreden"

HSV-Trainer Josef "Joe" Zinnbauer versammelte sein Team direkt nach Abpfiff zu einem Kreis. "Die Spieler wussten nicht so recht, was los ist", berichtete der 44-Jährige. Doch auch Zinnbauer selbst wirkte nach der 0:3-Niederlage etwas ratlos. Natürlich kann man nach so einer Partie über einzelnen Situationen diskutieren. Etwa die 59. Minute, als Marcell Jansen alleine vor dem Tor an Hertha-Keeper Thomas Kraft scheiterte und der HSV im Gegenzug dass 0:1 kassierte.

"Wenn Marcell Jansen das 1:0 macht, läuft es vielleicht ganz anders", trauerte Zinnbauer der vergebenen Großchance nach. Doch auch der HSV-Trainer wusste, dass es fast die einzige echte Chance seines Teams und dementsprechend die Niederlage unter dem Strich absolut verdient gewesen war. Dennoch beharrte Zinnbauer: "Es wäre der falsche Ansatz, jetzt alles schlechtzureden, was vorher gut war."

Das HSV-Spiel krankt in der Offensive

Sein Abwehrchef Heiko Westermann hingegen nahm kein Blatt vor den Mund: "Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht." Sicherlich waren das Remis gegen Bayern München und der Sieg gegen Borussia Dortmund gut für das Punktekonto wie auch das Selbstvertrauen des Teams. Doch nunmehr stehen nach sechs Spielen unter Joe Zinnbauer auch schon wieder drei Niederlagen zu Buche. Im Schnitt 0,8 Zähler pro Spiel sind zu wenig - der Dino tritt auf der Stelle, macht einen Schritt nach vorne und wieder einen zurück.

Trotz der drei Gegentore in Berlin: Das HSV-Spiel krankt vor allem in der Offensive. Erst drei Tore erzielte der HSV in den ersten neun Spielen - so offensivschwach war in der Bundesliga-Geschichte zuvor noch nie ein Team zum gleichen Zeitpunkt. Dabei sind die Hamburger gerade vorne mit Spielern wie Rafael van der Vaart, Nicolai Müller, Lewis Holtby oder Pierre-Michel Lasogga eigentlich individuell gut besetzt.