Bremen - "Im Endeffekt kann man mit dem Unentschieden zufrieden sein", bilanziert Kölns Keeper Timo Horn, der mit einem gehaltenen Foulelfmeter zum Punktgewinn beitrug, das 1:1 bei Werder Bremen. Dabei freute sich Horn, dass sich ausgerechnet der gefoulte Ex-Kölner Anthony Ujah den Ball zurechtlegte. "Besser er, als ein anderer Bremer."

Frage: Herr Horn, 1:1 in Bremen. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Timo Horn: Insgesamt war es kein schönes Spiel von uns. In der ersten Hälfte haben wir nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann da rausgekämpft. Im Endeffekt kann man mit dem Punkt zufrieden sein.

Frage: Es waren in der Tat zwei völlig verschiedene Halbzeiten. Was hat der Trainer in der Pause gesagt?

"Der Trainer musste nicht viel sagen"

Horn: Er musste nicht viel sagen. Er hat nur gesagt, wir sollen uns mehr zutrauen.

Frage: Werder hatte durch ihren ehemaligen Team-Kollegen Ujah die Chance, vielleicht vorentscheidend 2:0 in Führung zu gehen. Waren Sie froh, dass er sich den Ball zum Elfmeter zurechtgelegt hat.

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Horn: Es war auf jeden Fall besser, dass er geschossen hat, als ein anderer Bremer. Natürlich kenn' ich ihn aus den letzten Jahren ganz gut. Er hat oft im Training in die Schieber-Ecke geschossen. Und auf diese Ecke habe ich spekuliert. Er hat dann tatsächlich in seine Sahne-Ecke gheschossen. Es gehört natürlich noch einbisschen Glück dazu.

Frage: Seit dem 2:1 in Leverkusen hatte Köln drei Spiele in Folge nicht getroffen, fiel von Rang sieben auf zehn zurück. Woran lag's?

Horn: Mittlerweile ist es leider so, dass vieles gegen uns läuft was zu Saisonbeginn noch geklappt hat. Da müssen wir durch.

"Svento hat den rechten Fuß eigentlich nur, damit er nicht umfällt"

Frage: Nach drei Spielen hat Dusan Svento mit seinem ersten Liga-Treffer mal wieder für den FC getroffen...

Horn: Das war wichtig. Und dann trifft Dusan ausgerechnet mit seinem rechten Fuß. Den hat er eigentlich nur, damit er nicht umfällt.

Frage: Wichtig auch mit Blick auf die Europa League, von der Sie ja nach dem 2:1 in Leverkusen gesprochen haben...

Horn: Da waren wir Siebter, einen Punkt hinter Mönchengladbach auf dem Europa-League-Platz sechs. Und ich habe gesagt: Wenn wir am Ende der Hinrunde mit 24 oder 25 Punkten dastehen würden, wäre das schon ein Riesenergebnis. Das ist unser Ziel - und wenn noch mehr möglich ist, nehmen wir das natürlich mit. Wir sind in der Lage, diese Punkte zu holen. Sie sehen doch, wie ausgeglichen das Mittelfeld der Liga ist. Augsburg hat im Vorjahr bestimmt auch nicht die Europa League als Ziel vorgegeben. Am Ende haben sie es geschafft. Man muss sich doch Ziele setzen. Am Ende bleibt unser Ziel aber, besser zu sein als vergangene Saison. (Köln beendete die Spielzeit auf Rang zwölf; die Red.)

Frage: Die von Ihnen angesprochenen 24 Punkte bis zur Winterpause sind noch drin...

Horn: Richtig. Da müssen wir am Samstag gegen Dortmund gewinnen. das wird natürlich schwer. Aber warum soll uns das nicht gelingen? Wir werden im letzten Spiel vor der Winterpause noch einmal alles geben und versuchen, uns und unseren Fans ein schönes Weihnachtsgeschenk zu machen.

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs