Köln - Das Engagement vieler Bremer Fans gegen Rassismus und Diskriminierung gilt als mustergültig im deutschen Fußball. Die Arbeitsgruppe des Fan-Projekts Bremen e.V. "Werderfans gegen Diskriminierung" ist dafür am Montag, 7. März mit einem Preis und einer Summe von 3000 Euro im Bremer Rathaus feierlich ausgezeichnet worden.

Im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2010 wurde das Fan-Projekt als eines von insgesamt sechs Projekten aus Bremen und Niedersachsen geehrt.

Menschen zur Nachahmung anregen

Die Verleihung des Preises wurde durch den Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen mit einem Grußwort eingeleitet. Markus Priesterath, stellvertretender Geschäftsführer des "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)", stellte anschließend einige Projekte des Bündnisses vor.

Das BfDT, das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz im Jahr 2000 gegründet wurde, trägt mit diesem bundesweiten Wettbewerb vorbildliche und nachahmbare Projekte und Initiativen aus ganz Deutschland zusammen. Als Best-Practice-Beispiele, denen durch die öffentlichen Preisverleihungen zu noch größerer Bekanntheit verholfen wird, sollen die Geehrten auch andernorts Projektideen Pate stehen und Menschen zur Nachahmung anregen.

Arbeitsgruppe gegen Diskriminierung für junge Werderfans

Die Gruppe "Werderfans gegen Diskriminierung" hatte sich erstmals im März 2008 zu einem konstituierenden Treffen im "Ostkurvensaal" des Weserstadions getroffen. Wiederholte, politisch motivierte Übergriffe auf antirassistische Fußballfans in Bremen und alltägliche diskriminierende Äußerungen und Handlungen von Fans im Weserstadion und unterwegs führten zu der Idee, eine Arbeitsgruppe gegen Diskriminierung für junge Werderfans ins Leben zu rufen.

Ziel der Gruppe ist es, Werderfans über Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie aufzuklären und Extremisten aktiv entgegenzutreten. Zu den Aktivitäten der Gruppe gehörten Diskussionsveranstaltungen zu den Themen "Geschlechterrollen beim Fußball - Gender Kicks", "Abseits - nicht mit uns", eine Veranstaltung zur Rolle behinderter Fans, die Aktualisierung der Ausstellung "Tatort Stadion", die Organisation und Durchführung einer Kurvenshow gegen Homophobie beim Fußball sowie ein Aktionstag gegen Diskriminierung.