Sie hatten alles versucht. Am Freitag vor dem Spiel beim FC Bayern München befestigten Fans des Karlsruher SC rund um das Stadiongelände am Wildpark gut 20 Banner mit aufmunternden Parolen.

"Das Wunder von Karlsruhe - Klassenerhalt 2009" oder "Wir stehen hinter der Mannschaft" stand darauf geschrieben. Es sollte die KSC-Spieler motivieren. Und das tat es auch. Beim 0:1 in der Allianz Arena mühten sich die Badener redlich, nur ein Tor wollte wieder einmal nicht gelingen.

Tore? Fehlanzeige

Der KSC hat in sieben (!) von acht Spielen in der Rückrunde kein Tor geschossen. Mit 18 Treffern stellen die Karlsruher den mit Abstand schwächsten Sturm der Liga. Ein Problem, das auch die Fans schon lange erkannt haben.

"Und wöchentlich grüßt das Murmeltier. Das einzige was sich von Woche zu Woche verändert ist der Gegner - ansonsten bleibt alles gleich", erklärte User kinslayer im Bundesliga-Forum des KSC. User malbes bringt es kurz und knapp auf den Punkt: "Wir haben praktisch keinen Sturm!"

Rückendeckung für Becker

Nicht der Trainer, nicht die Spieler, sondern alleine die Misere im Angriff sei Schuld daran, dass der KSC das Schlusslicht der Tabelle ist: "Ich höre immer wieder, Becker würde die Mannschaft nicht erreichen, er würde sie nicht gut vorbereiten, sie nicht mehr motivieren können und sie taktisch falsch aufstellen. Wenn man jedoch bei unseren Spielen sieht, wie die Mannschaft auf dem Platz agiert, dann stimmt das doch letztendlich nicht. Sie sind motiviert, sie sind diszipliniert und spielen sogar einen recht ansehnlichen Fußball."

Die Niederlage in München war bereits die fünfte Pleite in Folge. Dennoch sieht darkiblue seinen KSC wieder auf dem aufsteigenden Ast: "Das Spiel in München stimmt mich irgendwie positiv. Ich glaube mittlerweile echt noch an den Klassenerhalt."

Ein Sieg muss her

Mit nun fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wird dieses Unterfangen für den KSC aber kein einfaches. Doch für Mr. KSC ist das eine ganz einfache Rechnung, denn auch ihm machte das "Spiel bei den Bayern Mut. Jetzt drei Punkte gegen Gladbach holen und wir sind wieder im Geschäft".

Die KSC-Fans haben also die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht aufgegeben. So stand es auch auf einem Banner, der am Freitag an einer Brücke am Wildpark befestigt wurde: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"

Michael Reis