In den letzten zwei Jahren ist die TSG 1899 Hoffenheim von der Regionalliga bis in die Bundesliga durchmarschiert. Nach dem Auftaktsieg am Samstag bei Energie Cottbus sorgt der Club weiter für Furore.

Denn das Team von Trainer Ralf Rangnick ist durch den 3:0-Erfolg direkt an die Spitze der Bundesliga-Tabelle gestürmt - punktgleich mit Schalke 04.

Dabei präsentierte sich der Neuling hervorragend, spielte temporeich und zugleich taktisch diszipliniert. Selbst Energie-Manager Steffen Heidrich war tief beeindruckt. "Wir haben eines der besten Offensivteams der Liga gesehen", sagte er gegenüber der "Bild".

Spielgeschehen fest im Griff

In Hoffenheim selbst herrscht nach dem ersten Auftritt Zufriedenheit. "Ich bin vor allem mit der Spielweise zufrieden. Wir haben zehn Minuten gebraucht um ins Spiel zu finden und ein wenig nervös begonnen. Von da an hatten wir das Spiel auf der Seite, wo wir es wollten und haben uns nie zu weit zurück gezogen", lobte Ralf Rangnick seine Elf nach dem ersten "Dreier".

Von der Tabellenführung nach dem ersten Spieltag der neuen Saison wollte der Coach des Neulings aber wenig wissen: "Wir sind wahrscheinlich Erster, weil Hoffenheim mit H beginnt und Schalke mit S. Ich schaue erst nach zehn Spieltagen auf die Tabelle."

Bescheidener Matchwinner

Trotz einer beeindruckenden Teamleistung avancierte Vedad Ibisevic zum Matchwinner auf Hoffenheimer Seite. Der bosnische Nationalspieler traf mit einem Doppelpack (16. und 76.) und bereitete den Treffer von Sturmkollege Demba Ba (54.) vor.

Mit sechs Torschüssen gab Ibisevic die meisten aller eingesetzten Spieler ab. Aufgrund des "Doppelpacks" und seiner Vorlage führt er zunächst die Scorerliste der Liga an. Im Trikot von 1899 wird Ibisevic in dieser Saison seine bisherige Bundesliga-Bestmarke von sechs Toren in 24 Partien angreifen. In der Saison 2006/07 spielte er für Alemannia Aachen.

Rangnick gefiel die Leistung des Angreifers sehr: "Er hat ein geiles Spiel gemacht." Ibisevic selbst blieb jedoch bescheiden. "Dass ich das erste Bundesliga-Tor für Hoffenheim gemacht habe, ist eine schöne Geschichte. Aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewonnen hat", sagte der 24-Jährige.

Kampfansage an die Liga

Genugtuung empfand Rangnick nicht. "Das gibt es bei uns nicht, denn das Wort kommt von 'genug tun'. Aber wir können nie genug tun", dozierte der 50-Jährige.

Er unterstrich damit den spürbaren Ehrgeiz, mit dem das "Projekt Hoffenheim" vorangetrieben wird. "Ich will so schnell wie möglich dahin zurück, wo ich schon einmal war", sagte der Trainer, der mit S04 bereits in der Champions League gespielt hat.

Entwarnung bei Nilsson

Einziger Wermutstropfen für die Hoffenheimer war der Ausfall von Innenverteidiger Per Nilsson. Der Schwede verletzte sich nach einem Luftkampf mit Mariusz Kukielka und musste zur Halbzeitpause ausgewechselt werden.

Der 25-Jährige zog sich aber nicht, wie zunächst befürchtet, einen Bruch des Augenbodens am rechten Auge zu, sondern nur eine Prellung. Das ergab eine genaue Untersuchung am Sonntag in Heidelberg.

Bei gutem Heilungsverlauf steht Nilsson möglicherweise bereits am kommenden Wochenende im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder zur Verfügung.