Freiburg - Mike Frantz war der erste, der nach der Freiburger 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg optimistische Worte fand: "Vielleicht sieht man das auf dem Feld ja falsch, aber ich finde, bisher hat uns noch kein einziger Gegner hergespielt." Auch gegen Wolfsburg habe man gut gespielt, dem Gegner streckenweise "das Spiel aufgezwungen" und wieder Phasen gehabt, in denen man "dem Publikum etwas geboten habe."

Das stimmte, wie auch die Wolfsburger Spieler betonten, die voll des Lobes über die mutige Spielweise des SC Freiburg waren. Und dennoch steht am Ende des achten Spieltages eine Bilanz, mit der niemand im Freiburger Lager zufrieden ist: Nur fünf Zähler konnte das Team von Trainer Christian Streich bislang sammeln – zu wenig (Bundesliga-Tabelle). Da hilft auch der Hinweis nicht, dass man in der vergangenen Spielzeit sage und schreibe elf Spieltage bis zum ersten Dreier brauchte und am Ende doch noch einigermaßen souverän den Klassenerhalt schaffte.

"Haben uns selbst bestraft"

Zu allem Unglück scheinen die Probleme, die dem SC gegen Wolfsburg einen Sieg unmöglich machten, kurzfristig nur schwer abzustellen. An der Fitness – die lässt sich trainieren – lag es jedenfalls nicht, auch läuferisch und kämpferisch waren die Badener den "Wölfen" mindestens ebenbürtig. "Wir waren heute deutlich frischer als bei den letzten beiden Partien gegen Leverkusen und Bremen", stellte Streich dann auch fest. "Wir haben heute nichts mitgenommen, weil wir uns durch individuelle Fehler selbst bestraft haben."

Tatsächlich waren beide Treffer des ehemaligen Freiburgers Daniel Caligiuri von schweren Patzern der Defensive begünstigt.  
Allerdings zieht sich neben einigen unnötigen Fehlern ein weiteres Problem wie ein roter Faden durch die Saison. Das Team braucht einfach viel zu viel Kraft, um in Abschlussposition zu kommen und stellt sich vor dem Tor oft zu ungeschickt an.

Hoffen auf die kommenden beiden Spiele

So vergab Admir Mehmedi, bester Torschütze der vergangenen Saison, eine Riesenchance (84.). Da Mike Frantz zuvor freistehend den Wolfsburger Keeper angeschossen hatte und Maximilian Philipp den Ball aus einem Meter Entfernung einen Meter über die Latte bugsiert hatte, kam der Freistoß von Sebastian Kerk zu spät (90+1.). "Die Kleinigkeiten sprechen zur Zeit gegen uns", erkannte Mike Frantz nach der Partie.

Der Mittelfeldmann hofft nun auf die kommenden beiden Spiele, nachdem die Begegnungen gegen Hochkaräter wie Gladbach. Leverkusen, Wolfsburg oder den BVB bereits hinter dem Team liegen. "Da geht es gegen Augsburg und Köln, das sind die Gegner, an denen wir uns in unserer Situation orientieren müssen."

Christoph Ruf