Noch nie gelang es einer Mannschaft in der Champions League, nach einem 0:4 im Hinspiel noch die nächste Runde zu erreichen - auch dem FC Bayern nicht. Mit einem achtbaren 1:1 im Rückspiel gegen den FC Barcelona verabschiedete sich der deutsche Rekordmeister im Viertelfinale aus dem Wettbewerb.

Im Interview spricht FCB-Manager Uli Hoeneß über die Gründe für das Ausscheiden, trauert dem schwachen 0:4 im Camp Nou nach und erklärt, warum er trotz des 1:1 mit der Leistung der Mannschaft zufrieden ist.

Frage: Herr Hoeneß, gab es trotz der schweren Hypothek aus dem Hinspiel noch ein Fünkchen Hoffnung auf das Weiterkommen?

Uli Honeß: Wenn Luca Toni nach fünf Minuten den Kopfball reinmacht, hätte ich gerne gesehen, was passiert wäre. Dann wäre es vielleicht lustig geworden.

Frage: Bei dem 1:1 haben Sie sich auf der Trainerbank sehr geärgert. Warum?

Hoeneß: Weil ich finde, dass die Mannschaft den Sieg verdient gehabt hätte. Wir haben gegen Barcelona ein sehr gutes Spiel gezeigt, bis zum 1:1, danach war natürlich die Luft raus.

Frage: Sind Sie trotzdem zufrieden mit der Leistung?

Hoeneß: Bis zum 1:1 haben wir den schlechten Eindruck aus dem Hinspiel teilweise verwischen können. Wenn wir in Barcelona mit einer ähnlichen Leistung aufgewartet hätten, wären nicht mit vier Gegentoren im Gepäck nach Hause gefahren.

Frage: Haben Sie sich also umso mehr geärgert, dass im Hinspiel im Nou Camp alles schief gelaufen ist?

Hoeneß: Naja, geärgert habe ich mich sowieso. Aber ich habe doch eine gewisse Genugtuung verspürt. Nach der ersten Halbzeit in Barcelona konnte man ja denken, es liegen Welten zwischen Barca und uns. Aber im Rückspiel in der Allianz Arena hat sich das alles relativiert.

Aus der Allianz Arena berichtet Denis Huber