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Was für ein Traumstart: Die alte Dame gewinnt sechs von sechs Partien und ist aktuell das Maß aller Dinge
Was für ein Traumstart: Die alte Dame gewinnt sechs von sechs Partien und ist aktuell das Maß aller Dinge - © IMAGO/Michael Taeger
Was für ein Traumstart: Die alte Dame gewinnt sechs von sechs Partien und ist aktuell das Maß aller Dinge - © IMAGO/Michael Taeger
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Historischer Start: Wo sich die alte Dame nach sechs Siegen einordnet

Sechs Siege, 17 Tore und Tabellenplatz eins: Hertha BSC erlebt den besten Saisonstart seiner Profi-Geschichte. Besonders Distanzschüsse, Konterstärke und Comeback-Qualitäten machen die Berliner derzeit so stark.

Hertha BSC ist das Team der Stunde in der 2. Bundesliga. Sechs Spiele, sechs Siege, 17:7 Tore und 18 Punkte: Erstmals in 59 Jahren Profifußball starten die Berliner mit sechs Erfolgen in eine Saison. Historisch ist das sogar ligaweit eine Rarität. Zuvor gelang ein solcher Zweitliga-Start lediglich Bayer 04 Leverkusen 1978/79 und Hannover 96 1986/87. Beide hatten nach sechs Spieltagen die etwas bessere Tordifferenz – und beide stiegen am Saisonende als Meister in die Bundesliga auf.

Die historischen Vorbilder zeigen also, wohin die Reise gehen kann. Leverkusen baute seine Siegesserie 1978/79 sogar auf neun Spiele aus, Hannover gewann 1986/87 die ersten acht Partien. Hertha steht nach sechs Spieltagen aufgrund der Tordifferenz auf Rang drei der besten Zweitliga-Starts. Auch die nächsten Plätze der historischen Rangliste belegen mit Kickers Offenbach 1976/77 und 1982/83 Teams, die nach sechs Partien noch ungeschlagen waren und umgerechnet jeweils 16 Punkte gesammelt hatten.

Die beste Offensive der Liga

Dass die Berliner aktuell ganz oben stehen, liegt vor allem an ihrer enormen Offensivstärke. Die 17 Treffer sind Ligabestwert und gleichzeitig ein neuer Vereinsrekord nach sechs Spieltagen im Profifußball. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison hatte Hertha zum gleichen Zeitpunkt gerade einmal vier Tore erzielt. Besonders gefährlich ist das Team aus der Distanz: Sechs Treffer gelangen bereits von außerhalb des Strafraums – doppelt so viele wie in der gesamten Vorsaison. Beim jüngsten 2:1 in Dresden erzielte Jón Dagur Thorsteinsson gleich beide Tore aus der Ferne.

Hinzu kommt eine Stärke, die Hertha bereits in der vergangenen Spielzeit ausgezeichnet hatte: das Umschaltspiel. Vier Kontertore sind aktuell Bestwert in der 2. Bundesliga. Gleichzeitig stehen die Berliner aus dem laufenden Spiel defensiv stabil. Von den sieben Gegentreffern resultierten drei aus Standardsituationen, lediglich vier kassierte Hertha aus dem Spiel heraus. Nur Verfolger Nürnberg wurde auf diese Weise noch seltener überwunden.

Schon sechs Treffer erzielt der BSC von außerhalb des Strafraums
Schon sechs Treffer erzielt der BSC von außerhalb des Strafraums - IMAGO/Lucas Walter

Kein Widerstand zu groß

Auch Widerstände werfen die Berliner bislang nicht aus der Bahn. Zwei Unterzahlsituationen wurden bereits überstanden, zweimal drehte Hertha einen Rückstand – in Braunschweig sogar einen Zwei-Tore-Rückstand. Insgesamt holten die Berliner nach Rückständen schon sechs Punkte und damit zwei mehr als in der gesamten vergangenen Saison. Auch der Spielplan relativiert den Traumstart nicht: Mit Heidenheim und Magdeburg wurden zwei aktuelle Top-Sechs-Teams bezwungen, dazu gelangen anspruchsvolle Auswärtssiege in Bochum, Braunschweig, Osnabrück und Dresden.

Damit ist Herthas Start historisch – und die bisherigen Vergleichsfälle sind bemerkenswert: Sowohl Leverkusen als auch Hannover stiegen nach ihren sechs Auftaktsiegen am Saisonende auf. Ob die Berliner diesen Weg ebenfalls gehen, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten. Die Grundlage ist allerdings außergewöhnlich: Kein anderer Zweitligist aus Deutschland, England, Spanien, Italien und Frankreich weist aktuell noch eine makellose Bilanz auf.

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