Mainz - Mario Eggimann, das ist ja fast vergessen, kam bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika für die Schweiz zum Einsatz. Seit seinem Wechsel 2008 vom Karlsruher SC zu Hannover 96 steht der Innenverteidiger nicht mehr so oft vor den Kameras und Mikrofonen.

Am Samstag, nach dem , war es aber mal wieder so weit. Ruhig und zurückhaltend beantwortete er die Fragen der Journalisten.

Anlaufschwierigkeiten bei 96

Als Kapitän in Karlsruhe war er 2007 das Gesicht der Aufstiegsmannschaft, ein Jahr später ging der kantige Hüne aus Baden nach Niedersachsen und unterschrieb einen Vertrag bis 2013.

Doch weder unter Trainer Dieter Hecking, noch unter Coach Andreas Bergmann konnte sich Eggimann langfristig in der Startelf behaupten. Und auch unter Übungsleiter Mirko Slomka war sein Stammplatz spätestens mit der Verpflichtung des Österreichers Emanuel Pogatetz 2010 auf der Ersatzbank.

Zurück in der Startelf

Mit Beginn dieser Rückrunde ist das aber anders. Eggimann stand in den vergangenen vier Spielen immer 90 Minuten lang auf dem Platz, seine Mannschaft holte acht Punkte und nur der Mainzer Mohamed Zidan traf seitdem gegen 96: am Samstag, beim 1:1 der Hannoveraner in Mainz.

Eggimann spielte auch in Mainz gut in einer starken Hannoveraner Mannschaft, die sich mit den dynamischen Mainzern ein begeisterndes Spiel lieferten. Diese Begegnung hatte alles, "was ein gutes Spiel braucht", wie Slomka schwärmte: "Pressing, Gegenpressing und wenig Ruhe."

"Nehme jedes Spiel sehr ernst"

Die hatte aber Eggimann, er sagte: "Wir haben über 90 Minuten gekämpft und uns dann belohnt. Das 1:1 war wichtig für die Psyche." Die Hannoveraner schafften in der 89. Minute noch den verdienten Ausgleich durch den eingewechselten Artur Sobiech, der sein erstes Bundesligator erzielte.

Und für Eggimann ist es ja so, dass er gerade für die harten Zeiten, die er in Hannover erlebt hat, ein wenig entschädigt wird. In die Mannschaft war er gerutscht, weil Anfang Januar Karim Haggui mit Tunesien beim Afrika-Cup weilte und Emanuel Pogatetz nach seiner Roten Karte gegen Nürnberg vor zwei Spieltagen, drei Partien gesperrt wurde.

"Ich nehme jedes Spiel sehr ernst", sagt Eggimann, der zusammen mit Haggui schon in der Endphase der Saison 2009/10 ein gutes Duo in der Innenverteidigung bildete.

Internationaler Wettbewerb im Visier

Vom KSC sind ja noch zwei weitere Profis in den vergangenen Jahren zu 96 gewechselt. Torwart Markus Miller, 29, und Lars Stindl, 23. Vor allem Stindl spielt konstant stark, mit Jan Schlaudraff harmoniert der Mittelfeldspieler prächtig. Stindls Auswechslung in Mainz (68.) war nach einer Gelben Karte eine Vorsichtsmaßnahme von Slomka.

Mit 31 Punkten sind die Niedersachsen auf Rang 7 wieder dran an den Plätzen, die sie erneut ins internationale Geschäft bringen können; Bremen, auf Rang 5, ist nur zwei Zähler entfernt. In Mainz musste sich Hannover aber schon zum zehnten Mal in 21 Spielen mit einem Remis zufrieden geben: Ligarekord. "Klar", sagt Lars Stindl, "wir haben zu viele Unentschieden. Das ist natürlich mühsam. "

Brügge vor der Brust

Am Donnerstag steht das Europa-League-Spiel gegen den FC Brügge an - mit dem Trainer Christoph Daum. Auch da hofft Eggimann auf einen Einsatz, auch wenn Pogatetz in diesem Wettbewerb einsatzfähig ist.

Eggimann sagt: "Der Trainer hat mir das Vertrauen geschenkt. Ich nehme jedes Spiel mit." Hannovers Manager Jörg Schmadtke sagt vor dem Spiel gegen Brügge: "Wenn ich mir ein Ergebnis aussuchen dürfte, würde ich ein 2:0 wählen."

Tobias Schächter