Hertha BSC im Herbst 2009: Nach der 1:3-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt bleibt die "Alte Dame" abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Die Stimmung passt zum Novembergrau: Kaum jemand glaubt im Moment noch an eine Rettung des Hauptstadtclubs.

Und auch die Statistik spricht auf den ersten Blick gegen Hertha: Noch nie hat sich eine Mannschaft gerettet, die nach dem 14. Spieltag nur fünf Zähler auf dem Konto hatte. bundesliga.de hat dennoch Gründe gefunden, die den Berlinern Mut machen können.

  • Moral: In der Saison 2003/04 standen die Berliner nach 14 Spieltagen noch nicht mit dem Rücken zur Wand, dennoch befand sich der Hauptstadtclub ebenfalls auf einem Abstiegsplatz. Damals hatte das Team zum gleichen Zeitpunkt 11 Punkte (zwei Siege, sieben Niederlagen) auf dem Konto, das schlechteste Torverhältnis (-15) und belegte Platz 17. Am Ende der Saison rettete sich Hertha auf einen soliden Mittelfeldplatz zwölf.


  • Standards: 30,4 Prozent ihrer 62 Eckbällen landeten beim Adressaten - in der Bundesliga ein guter Wert: Nur sechs Teams zielen genauer bei den Ecken als die Berliner. Zwei Treffer konnte die Elf von Trainer Friedhelm Funkel nach Ecken erzielen.


  • Zweikampfstärke: Die Hertha konnte 50,6 Prozent ihrer 1554 Zweikämpfe für sich entscheiden - ligaweit Platz fünf.


  • Torwart: Jaroslav Drobny wehrte 44 der 59 Schüsse auf sein Tor ab (74,6 Prozent). Das ist die sechstbeste Quote der Liga.


  • Von Bergen: Der beste Zweikämpfer im Team ist Steve von Bergen, der 59 seiner 81 Zweikämpfe am Ball für sich entscheiden konnte (72,8 Prozent). Ligaweit liegt der Schweizer hinter Per Mertesacker auf Rang zwei. "Wir haben schon gezeigt, dass wir die Punkte holen können", sagte von Bergen bei "Sky" nach der 1:3-Pleite gegen Frankfurt. "Aber dafür müssen wir kämpfen. Wir können das schaffen. Aber müssen auf den Platz gehen und um unser Leben kämpfen. Es geht um Hertha, um den gesamten Verein."


  • Trainer: Trotz der Pleitenserie zu Beginn seiner Amtszeit ist Friedhelm Funkel prädestiniert für den Job des "Feuerwehrmanns". Mit Teams wie Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln und zuletzt Eintracht Frankfurt spielte der Trainer fast immer gegen den Abstieg - und führte den Club meistens zum Klassenerhalt. "Wir müssen uns vor dem Spiel am Sonntag auf Schalke einiges einfallen lassen. Und das werden wir tun", gab sich Funkel bei "Sky" kämpferisch.


  • Verstärkungen: Die Hertha-Verantwortlichen haben bereits angekündigt, in der Winterpause nachzurüsten. Bestes Beispiel, wie es trotz miserabler Hinrunde noch klappen kann, ist Borussia Mönchengladbach. Die "Fohlen" gingen mit elf Punkten in die letztjährige Winterpause und schafften am Ende doch noch den Klassenerhalt. Großen Anteil daran hatten die Neuzugänge Logan Bailly, Dante, Tomas Galasek und Paul Stalteri.