Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 steht gegen den FC Chelsea vor einer Mammutaufgabe. Mindestens ein Punkt muss her, damit die Knappen ihre Chancen auf das Überwintern in der Champions League wahren.

Im bundesliga.de-Interview spricht Sportvorstand Horst Heldt über das brisante Duell mit dem hochkarätig besetzten Tabellenführer der Premiere League.

bundesliga.de: Herr Heldt, der FC Chelsea ist aktuell sicherlich eine der stärksten Mannschaften Europas. Wie sehen Sie die Schalker Chancen für den heutigen Abend?

Horst Heldt: Der FC Chelsea ist im selben Atemzug zu nennen wie der FC Bayern München. Man beherrscht aktuell die Premier League ebenso eindrucksvoll wie die Bayern die Bundesliga beherrschen. Das sagt viel aus über die Qualität dieses Vereins. Wir sind also Außenseiter, und es wird verdammt schwer für uns. Ich hoffe aber, dass wir den Schwung aus dem Spiel gegen Wolfsburg mitnehmen können. Wir haben in der vergangenen Champions-League-Saison zweimal gegen Chelsea verloren, obwohl wir in beiden Spielen nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft gewesen sind. Damals sind wir durch individuelle Fehler in Rückstand geraten. Wichtig wird also sein, dass wir das Spiel diesmal länger offen gestalten und solche Fehler vermeiden können. Dann ist auch Chelsea schlagbar.

bundesliga.de: Und Schalke weiß durch das 1:1 in London im Hinspiel, wie man Chelsea beikommen kann...

Heldt: Das stimmt. Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Nach dem 1:1 waren wir phasenweise sogar überlegen und hätten sogar in Führung gehen können. Aber eins ist auch klar: Das wird Mourinho sehr gewurmt haben. Heute wird er demonstrieren wollen, dass das ein Ausrutscher war. Keine Frage, Mourinho kommt hierher, um zu gewinnen. Und er verfügt über ein Team, bei dem er beinahe würfeln kann, wen er aufstellt - einen Qualitätsverlust gibt es in keinem Fall.

bundesliga.de: Wird man gegen ein Team, das gerade offensiv mit Hazard, Diego Costa, Drogba und Co. exzellent besetzt ist, taktisch ähnlich agieren wie gegen den VfL Wolfsburg - also mit einer Dreier-Kette, die bei Bedarf zur Fünfer-Kette wird?

Heldt: Ganz ehrlich, ich weiß es noch nicht. Gestern Abend im Hotel hatte der Trainer verschiedene Überlegungen parat. Deshalb bin ich selbst gespannt, wie er sich letztlich entscheiden wird.

bundesliga.de: Di Matteo hat gesagt, dass dieses Spiel gegen den Club, mit dem er vor zwei Jahren die Champions League gewonnen hat, für ihn keine besondere Partie sei. Glauben Sie ihm das?

Heldt: Grundsätzlich glaube ich ihm alles, was er sagt (lacht). Nein, mal ernsthaft: Es geht ihm natürlich darum, dass der Fokus nicht zu sehr auf ihn gerichtet wird. Für ihn steht das Team über allem. Er ist auch gar nicht der Typ für eine One-Man-Show, so ist er nicht gestrickt. Seine Emotionen, die sicherlich da sein werden, behält er lieber für sich.

Das Gespräch führte Andreas Kötter