Bayern München ist Rekord-Herbstmeister - dieses Jahr liegt noch Dortmund vorne - © DFL Deutsche Fußball Liga / Joosep Martinson
Bayern München ist Rekord-Herbstmeister - dieses Jahr liegt noch Dortmund vorne - © DFL Deutsche Fußball Liga / Joosep Martinson
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Rekorde, Aussagekraft und Aufholjagd: Alles zur Herbstmeisterschaft in der Bundesliga

Köln – Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen im einstelligen Bereich angekommen sind, dann geht es in der Bundesliga heiß her. An der Tabellenspitze kämpfen die Teams um die sogenannte Herbstmeisterschaft, den inoffiziellen Titel als punktbeste Mannschaft der Hinrunde. Doch was sagt das am Ende für den Saisonverlauf? bundesliga.de wirft einen Blick auf die Zahlen.

Rekord-Herbstmeister ist, wie könnte es anders sein, der FC Bayern München, der bereits 23 Mal am Ende der Hinrunde als Spitzenreiter über der Konkurrenz thronte. Hinter den Münchenern liegen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach mit sechs beziehungsweise vier Herbstmeisterschaften. Borussia Dortmund stand derweil bis dato dreimal nach den ersten 17 Partien an der Tabellenspitze (1994, 1995, 2010) – in allen drei Fällen konnte sich Schwarzgelb letztlich auch den Titel sichern.

Eine tadellose Bilanz hat übrigens unter anderem auch Mönchengladbach – viermal gingen sie als Herbstmeister in die Rückrunde, viermal wurde die Borussia am Ende auch Deutscher Meister. Das gelingt sowieso dem Gros der Herbstmeister: In 38 der bislang 55 abgeschlossenen Spielzeiten (69 Prozent) war das punktbeste Team der Hinrunde auch das punktbeste Team am Saisonende. Neunmal wurde zudem der Zweitplatzierte der Hinrunde Deutscher Meister – das heißt: In 85 Prozent der Fälle (47 von 55 Saisons) steht der spätere Titelträger nach 17 Partien bereits unter den ersten beiden in der Tabelle.

Grafite und Edin Dzeko schießen Wolfsburg 2009 zur Meisterschaft - Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wolfsburg mit Aufholjagd, Hoffenheim mit Absturz

Eine beispiellose Aufholjagd legte dagegen 2008/09 der VfL Wolfsburg hin: Von Platz neun nach der Hinrunde stürmten die "Wölfe" dank Grafite, Dzeko und Co. noch zu ihrer ersten und einzigen Meisterschaft. Zwei Jahre zuvor hatte es der VfB Stuttgart geschafft, von Rang vier nach 17 Partien noch zum Titelträger zu avancieren. Alle anderen Meister lagen zur Hälfte der Saison mindestens in den Top 3 der Bundesliga – das entspricht 96 Prozent. Den größten Absturz der 17 Herbstmeister, die letztlich nach 34 Spieltagen nicht an der Spitze standen, musste derweil die TSG Hoffenheim verkraften: Vom Spitzenplatz aus in die Rückrunde gegangen reichte es für die Kraichgauer letztlich nur zum siebten Rang.

Insgesamt ging es zumeist beim Kampf um die Herbstmeisterschaft in der Bundesliga äußerst spannend zu: In 36 Spielzeiten gab es die Entscheidung um die Herbstmeisterschaft rechnerisch erst am letzten Spieltag der Hinrunde. Weitere 13-mal wurde das beste Team der Hinrunde erst am vorletzten Spieltag gekürt. Der früheste Herbstmeister der Bundesliga-Geschichte kommt wenig überraschend aus der bayerischen Landeshauptstadt: 2012/13 stand der FC Bayern München bereits drei Spieltage vor Hinrundenende als Spitzenreiter fest.