Frankfurt/Main - Handspiel oder nicht? Diese Frage wurde am 6. Spieltag wieder heiß diskutiert. Vor allem die Partie zwischen Hannover 96 und dem FC Augsburg bot Diskussionsstoff.

Hellmut Krug, Schiedsrichter-Experte der DFL, bescheinigt Christian Dingert, dem Unparteiischen dieser Partie, richtige Entscheidungen. Exklusiv bei bundesliga.de analysiert Krug drei strittige Szenen dieser Partie und eine aus der Begegnung Nürnberg gegen Dortmund.

Handspiel Salif Sane (Hannover 96 - FC Augsburg)

"Nr. 33/A, Mölders, schießt den Ball aus ca. 10 Metern diagonal auf das Tor von Hannover. Nr. 5/H, Sane, ist mit Blick zum Ball in Richtung Mölders gelaufen und will den Schuss abblocken. Bei dieser Aktion dreht Sane den Oberkörper leicht seitlich weg, spreizt den rechten Arm abgewinkelt vom Körper ab. Damit vergrößert Sane seine Körperfläche. Indem Sane den Ball mit dem abgespreizten Arm abwehrt, begeht er ein strafwürdiges Handspiel. Die Strafstoßentscheidung des Schiedsrichters ist daher gerechtfertigt. Genau genommen handelt es sich sogar um die Abwehr eines Torschusses, so dass überdies eine Gelbe Karte gerechtfertigt gewesen wäre."

Handspiel Ragnar Klavan (Hannover 96 - FC Augsburg)

"Nr. 5/A, Klavan, versucht, im eigenen Strafraum einen Pass mit dem Fuß abzublocken. Von seinem Fuß prallt der Ball unmittelbar an den Fuß der Nr. 11/H, Ya Konan, und von dort zurück gegen seinen Arm. Klavan hatte den Arm zwar zur Seite gestreckt, dies aber in einem vollkommen natürlichen Bewegungsablauf und überhaupt nicht auf den Lauf des Balles ausgerichtet. Der Ball prallt in diesem Fußzweikampf hin und her und springt Klavan an den natürlich schwingenden Arm. Das ist kein strafbares Handspiel."

Handspiel Matthias Ostrzolek (Hannover 96 - FC Augsburg)

"Der Ball wird hoch in den Strafraum von Augsburg geflankt. Nr. 11/H, Ya Konan, verlängert den Ball mit dem Kopf. Nr. 19/A, Ostrzolek, steht ca. drei Meter hinter diesem Spieler. Ostrzolek will den Ball mit der Brust annehmen, er springt ihm jedoch weg, und Ostrzolek schlägt im Sprung mit dem linken Arm von unten gegen den Ball. Der Arm geht also deutlich zum Ball, das ist ein strafbares Handspiel und erfordert demzufolge im Strafraum einen Strafstoß."

Handspiel Per Nilsson (1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund)

"Bei einer Flanke in den Strafraum von Dortmund wird der Ball kurz vor der Nr. 3/N, Nilsson, verlängert und prallt Nilsson dann an den rechten Arm. Der Arm hängt ohne Spannung natürlich am Körper, die Körperfläche ist nicht vergrößert. Erst durch den Kontakt mit dem Ball prallt der locker gehaltene Arm etwas nach hinten weg. Das ist kein strafbares Handspiel."