Mal so ordentlich auf die Pauke hauen. Den Takt vorgeben. Das ist Heiko Butschers Ding. Kein Wunder, spielt er doch leidenschaftlich gerne Schlagzeug. Doch auch auf dem Rasen hat er sich zu einer echten Führungspersönlichkeit entwickelt.

Die Liebe für die Musik war im Kindesalter des in Leutkirch geborenen Butschers, ebenso deutlich ausgeprägt wie die Liebe für das runde Leder. SV Aichstetten, SV Dietmanns, SV Ellwangen und SV Wangen 05 hießen die ersten Stationen des Abwehrspielers.

Zum Schlagzeug "gezwungen"

Gleichzeitig lernte er, Schlagzeug zu spielen. In Dietmanns, einem 600-Seelen-Dorf in Oberschwaben, gab es einen Musikverein, dem auch Butschers Vater angehörte. Der Filius sollte die Tradition fortführen. Wenngleich die Wahl des Instruments nicht ganz freiwillig geschah.

"Man durfte sich das Instrument nicht auswählen, sondern man wurde zugeteilt - zu dem, was gerade gesucht wurde. Das war bei mir das Schlagzeug", sagte Butscher in einem Interview. Zehn Jahre war er alt, als es losging.

Fußball als Nebensache

Als Teenager hat er am Wettbewerb "Jugend musiziert" teilgenommen und ist mit seiner Coverband "Black Wave" auf Festivals und Konzerten im heimatlichen Umland aufgetreten. Fußball spielte zu jener Zeit sogar eine untergeordnete Rolle. So setzte Butscher als 17-Jähriger ein halbes Jahr komplett mit dem Sport aus.

Doch die Leidenschaft für den runden Ball wurde schnell wiederentdeckt und 1999 wechselte er zu den Amateuren des Karlsruher SC. Da er dort kaum zum Einsatz kam, ging er 2003 zum SV Sandhausen. Schnell wurde der VfB Stuttgart auf das junge Talent aufmerksam.

Von Bochum nach Freiburg

Nur ein Jahr später schnürte er sich die Schuhe für die zweite Mannschaft der Schwaben. 62 Mal stand er für den VfB II in der Abwehr, mehrere Bundesligisten boten ihm einen Wechsel an. Doch Butscher blieb Stuttgart bis 2005 treu und entschied sich anschließend aus Perspektivgründen für einen Wechsel zum VfL Bochum, der gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen war.

Nach dem direkten Wiederaufstieg mit dem Revierclub folgte ein Jahr später ein erneuter Wechsel - im doppelten Sinne. Butscher unterschrieb beim SC Freiburg und ging wieder zurück in die Zweitklassigkeit. Dort endlich konnte er sein volles Können als Innen- und Außenverteidiger unter Beweis stellen und hatte 2008/09 maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Breisgauer.

Zeit fürs Schlagzeug spielen blieb in den vergangenen Jahren als Profifußballer eher wenig, zumal das lilafarbene Drum-Set auch bei den Eltern im Hobbykeller steht. Doch in der Bundesliga beim Sport-Club die erste Geige zu spielen, ist sicher auch nicht schlecht…

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