Hamburg - Martin Harnik ist der Überflieger der Rückrunde. Mit acht Treffern ist der Stürmer des VfB Stuttgart der mit Abstand erfolgreichste Bundesliga-Torjäger in 2012. Auch beim trug sich der Österreicher einmal in die Torschützenliste ein.

Mit dem dritten Sieg im vierten Spiel könnten die Schwaben nun doch noch einmal ins Rennen um die Europapokalplätze eingreifen. Harnik drückt im Interview aber auf die Euphoriebremse. "Unsere Leistungskurve geht in dieser Saison auf und ab. Wir haben bislang noch wenig Konstanz gezeigt. Von daher sollten wir weiter nur von Spiel zu Spiel denken, anstatt nach oben zuschauen", sagt Harnik. Außerdem spricht er über den kurzfristigen Gegenspielerwechsel gegen den HSV.

bundesliga.de: Herr Harnik, Sie haben in Ihrer Heimat Hamburg den Endstand zu einem souveränen 4:0 beigesteuert. Hätte es besser laufen können?

Martin Harnik: Das Allerwichtigste war der Auswärtssieg. Wir wollten diese negative Serie auf fremdem Platz endlich mal stoppen. Wir haben von Anfang gezeigt, dass wir in Hamburg gewinnen wollen und haben dem HSV dann letztlich auch keine Chance gelassen.

bundesliga.de: Dabei war der Beginn für Sie ja eher kurios: Marcell Jansen hieß auf einmal anstatt Dennis Aogo Ihr direkter Gegenspieler. Hat das Ihr Spiel beeinflusst?

Harnik: Nein, das hat mich nicht groß beeinflusst. Jansen ist genauso ein klasse Spieler wie Aogo. Außerdem stelle ich mich nie auf den Gegner ein, da ich als Angreifer ja eigentlich der bin, der agiert und den Verteidiger zu einer Reaktion zwingen soll.

bundesliga.de: War der Elfmeter nach dem Zweikampf mit Slobodan Rajkovic berechtigt?

Harnik: Er hat mich oben festgehalten und unten getroffen. Da kam ich dann einfach nicht vorbei. Von daher war der Elfmeter berechtigt.

bundesliga.de: Was hat letztlich noch den Ausschlag für den Sieg des VfB im hohen Norden gegeben?

Harnik: Viele von uns waren in den Länderspielen unter der Woche erfolgreich. Vedad Ibisevic hat dabei getroffen, Zdravko Kuzmanovic, Cacau und ich auch - vielleicht haben wir diesen Schwung mitgenommen.

bundesliga.de: Schielen Sie jetzt wieder auf die Europapokal-Plätze?

Harnik: Nein, unsere Leistungskurve geht in dieser Saison auf und ab. Wir haben bislang noch wenig Konstanz gezeigt. Von daher sollten wir weiter nur von Spiel zu Spiel denken, anstatt nach oben zuschauen. Die Ergebnisse kamen uns zugute - aber wir müssen weiter unsere Hausaufgaben machen und die nächste wichtige Aufgabe steht zuhause gegen Kaiserslautern an.

bundesliga.de: Und da ist der VfB im neuerlichen Höhenflug der Favorit?

Harnik: Ob man bei zwei Siegen in Folge von einem Höhenflug sprechen sollte? Auf jeden Fall sind wir Profis genug um zu wissen, dass wir jedes Spiel hoch konzentriert angehen müssen. Außerdem haben wir das letzte Heimspiel gegen Kaiserslautern mit 2:4 verloren. Von daher haben wir noch etwas gutzumachen.

Das Gespräch führte Michael Reis