Köln - Weltmeisterlicher Einstand, chronisch torlose Schwaben, Dortmunder Erleichterung, Hamburgs Siegesserie und Kölner Jubelsehnsucht. Die Zahlenspiele des 20. Spieltags.

#3 - Perfekter Einstand für den Weltmeister: Bei seinem ersten Einsatz für den VfL Wolfsburg stellte Andre Schürrle beim 3:0-Erfolg gegen Hoffenheim eindrucksvoll seine Qualitäten unter Beweis und war an allen drei Toren beteiligt. Der Neuzugang vom FC Chelsea legte bereits mit seinem vierten Ballkontakt das 1:0 durch Kevin De Bruyne auf. Auch am 2:0 (Lattenschuss) und 3:0 (Ballgewinn) war er beteiligt. "Wenn man lange Zeit nur wenig gespielt hat, tun solche positive Aktionen gut und geben Selbstvertrauen. Das war ein super Auftakt für mich", freute sich der 24-Jährige, der zusammen mit De Bruyne ein neues Bundesliga-Traumduo bilden könnte. Der Belgier baute derweil mit zwei Toren seine Führung in der Scorerstatistik aus (acht Treffer, 11 Vorlagen). In den letzten acht Spielen haben die Wölfe fünfmal gewonnen und drei Remis geholt. Kein anderes Team ist aktuell länger ungeschlagen als der Tabellenzweite.

#34 - Für den VfB Stuttgart kann es nur noch aufwärts gehen. Nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern München haben die Schwaben die Rote Laterne übernommen. "Mich interessiert erst am 34. Spieltag, auf welchem Platz wir stehen", gab sich Trainer Huub Stevens dennoch betont gelassen, obwohl sein Team im sechsten Heimspiel in Folge kein Tor erzielen konnte und damit den Negativrekord des SC Freiburg aus der Saison 2009/10 einstellte. Zudem blieb der VfB erstmals in seiner Geschichte vier Bundesliga-Spiele hintereinander ohne Torerfolg. "Wir haben nur wenig zugelassen, aber die Bayern haben uns in den wenigen Situationen sofort bestraft. Nach dem Rückstand wurde es natürlich schwer. Wir müssen nun die Balance zwischen Verteidigung und Angriff finden. Die Basis ist da, aber es wird ein langer Weg", sagte Daniel Schwaab nach der 13. Pflichtspielniederlage des VfB in Folge gegen den Rekordmeister. "Vielleicht klappt es ja nächste Saison“, hofft Torwart Sven Ulreich. Dafür wäre allerdings der Klassenerhalt Voraussetzung.

#16 -  Ein fast vergessenes Gefühl für Borussia Dortmund. Nach fünf sieglosen Bundesliga-Spielen konnte der BVB endlich wieder einen Dreier bejubeln. "Die Spieler sollen sich jetzt auch mal richtig freuen und nicht nur erleichtert sein", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem 3:0-Erfolg beim SC Freiburg, Dortmunds erstem Auswärtssieg seit August 2014. Mann des Tages war Pierre-Emerick Aubameyang, der seinen ersten Doppelpack der Saison schnürte und den Führungstreffer durch Marco Reus vorbereitete. "Gegen Augsburg war es noch ein Kopfproblem. In Freiburg hatten wir bei allen Aktionen immer den Gedanken, positiv zu sein", erklärte der Gabuner. Laut Klopp gebe es schließlich "unendlich viele Gründe, an sich zu glauben". Noch sei der Patient BVB zwar nicht über den Berg, der Auftritt im Breisgau, der sein Team auf Platz 16 klettern ließ, sei für den Trainer aber "ein wichtiger Schritt zur Genesung" gewesen.

#2 - Die Älteren werden sich noch erinnern: Fast zwei Jahre ist es her, seit der Hamburger SV zuletzt zwei Bundesligaspiele in Folge gewinnen konnte. Beim 2:1-Sieg im Nordderby gegen Hannover 96 konnten die Rothosen diese Serie endlich brechen - ohne viel Glanz, dafür mit der richtigen Einstellung erarbeitete sich das Team von Trainer Joe Zinnbauer die wichtigen Punkte im Abstiegskampf. "Wir haben mit viel Kampf die Tore gemacht und das Spiel gewonnen. Dafür müssen wir uns nicht entschuldigen. Wenn die verletzten Spieler wieder zum Team stoßen, können wir vielleicht wieder ansehnlicher spielen, aber bis dahin brauchen wir einfach jeden Punkt", so der Trainer, der vor allem in der Team-Laufleistung von 129 Kilometern (Saisonrekord) den Schlüssel zum Erfolg sah. Zoltan Stieber stellte dabei mit 13,9 gelaufenen Kilometern den ligaweiten Saisonrekord des Freiburgers Vladimir Darida ein. Nach dem Kraftakt gilt es laut Marcell Jansen nun, sich "keinen Zentimeter zurückzulehnen. Denn in der unteren Tabellenhälfte kann jeder jeden schlagen".

#0 - "Wir wissen, dass es für uns keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt", relativierte Kölns Trainer Peter Stöger den berechtigten Wunsch der Fans, im eigenen Stadion gelegentlich das ein oder andere Tor ihres Effzeh bejubeln zu dürfen. Die letzten drei Kölner Heimspiele endeten alle 0:0 - eine solche Serie gab es in der Bundesliga-Geschichte der Domstädter noch nie. Zuhause spielte Köln - übrigens die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga - in dieser Saison bereits fünf Mal torlos Remis und erzielte in 10 Heimspielen nur vier Tore. Immerhin, beim 0:0 gegen Mitaufsteiger Paderborn gaben die Gastgeber mit 17 Versuchen die meisten Torschüsse in dieser Spielzeit ab. "Wir sind eine Mannschaft, die sich ihre Punkte hart erarbeiten muss", so Stöger. Auch torlose Unentschieden bringen schließlich Punkte gegen den Abstieg.     

Zusammengestellt von Markus Hoffmann