Köln – Rekord-Herbstmeister ohne Blöße, Schweinsteigers perfekter Schuss, dramatische Torflaute an der Elbe, hungrige Wölfe und Dortmunds Horror-Serie. Die Zahlenspiele des 17. Spieltags.

#11 Mit dem größten Herbstmeister-Vorsprung der Bundesliga-Geschichte verabschiedet sich der FC Bayern München in die Winterpause. Durch den 2:1-Erfolg beim 1. FSV Mainz 05, den achten Sieg in Serie, baute das Team von Trainer Pep Guardiola sein Polster auf Verfolger Wolfsburg auf 11 Punkte aus. Doch der Spanier gibt zu bedenken, "dass wir uns nicht darauf ausruhen dürfen. Es bedeutet nicht automatisch, dass die Rückrunde auch so verläuft. Fußball beginnt immer bei 0:0." Und endet bisher meistens mit einem Bayern-Sieg (14). Nur Schalke, Hamburg und Mönchengladbach konnten dem Tabellenführer einen Punkt abtrotzen (jeweils 0:0). Nur Wolfsburg, Schalke, Dortmund und Mainz konnten Manuel Neuer überhaupt bezwingen. Nur vier Gegentore in einer Hinrunde (Torverhältnis 41:4) sind natürlich auch neuer Bundesliga-Rekord.

#8 Erstes Bundesliga-Tor seit acht Monaten (26. April gegen Bremen) und was für ein schönes obendrein. "Wie früher auf dem Bolzplatz. Nur oben im Kreuzeck zählt er!", twitterte Tobias Schweinsteiger, nachdem sein Bruder Bastian Schweinsteiger den 2:1-Siegtreffer gegen den 1. FSV Mainz 05 mit einem perfekten Freistoß in den linken Winkel erzielt hatte. "Ehrlich gesagt habe ich seit der WM keine Freistöße mehr trainiert. Aber Franck war ein Gentleman, hat mir den Schuss überlassen und zu mir gesagt: Mach ein Tor! Und besser kann man den nicht schießen", sagte Schweinsteiger mit einem Schmunzeln. Der perfekte Abschluss einer überragenden Hinrunde nach der "nun alle stolz und glücklich in den Urlaub fahren können", so Arjen Robben, der in den letzten drei Spielen vier Tore erzielte und mit zehn Treffern in der Hinrunde eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt hat.

#9 Die Torflaute nimmt mittlerweile rekordverdächtige Dimensionen an. Der Hamburger SV erzielte in der Hinrunde nur neun Treffer und damit vier weniger als der führende der Torschützenliste Alexander Meier (Frankfurt) alleine. Nur Tasmania Berlin (1965/66) und Eintracht Frankfurt (1988/89) waren in einer Hinserie mit je acht Treffern noch erfolgloser. In zehn Spielen blieben die Hanseaten torlos, so oft wie nie zuvor in einer Hinserie. Umso erstaunlicher die Punktausbeute. "Wenn man sieht, dass man mit neun Toren 17 Punkte holen kann, ist es gar nicht so schlecht. Aber die Torgefahr ist natürlich ausbaufähig", sagte Nicolai Müller. Entsprechend lauten die Wünsche für die Rückrunde."Ich hätte gerne mehr Tore, mehr Punkte und würde gerne etwas weiter vorne stehen", sagte Trainer Joe Zinnbauer. Die Mannschaft brauche dafür noch etwas Zeit. "Wir sind auf einem guten Weg, dürfen aber keine Wunder erwarten".  

#10 Mit 34 Punkten beendete der VfL Wolfsburg die beste Hinrunde der Clubgeschichte und überwintert in drei Wettbewerben. Werden nun die Saisonziele nach oben korrigiert? "Unser Ziel war Platz fünf, um mittelfristig um die Champions-League-Plätze mitspielen zu können. Nun sind wir Zweiter, und das Team ist heiß auf diesen Platz. Da wäre es falsch, andere Ziele auszugeben", erklärte Manager Klaus Allofs. Wohl dem, der dafür den besten Vorbereiter der Liga und torgefährlichsten Abwehrspieler in seinen Reihen hat. Mit 10 Assists hatte Kevin de Bruyne großen Anteil am Höhenflug der Wölfe, ebenso wie Innenverteidiger Naldo, der bereits fünf Tore auf dem Konto hat. Die Geschlossenheit der Mannschaft sei übrigens das Geheimnis des Erfolgs, erklärte der Deutsch-Brasilianer.

#15 Das Unvorstellbare ist eingetreten, Borussia Dortmund überwintert auf einem Abstiegsplatz. Der BVB kassierte beim 1:2 in Bremen die zehnte Saisonpleite und beendet mit 15 Punkten die schlechteste Hinrunde seit der Saison 1987/88. "Wir haben die beschissenste Vorrunde unseres Lebens gespielt und zehn Mal verloren. Das ist verrückt. Stand heute ist es eine Katastrophe, aber es geht trotzdem weiter", gab sich Trainer Jürgen Klopp kämpferisch. "Wir werden ein erbitterter Jäger sein, und es wird schwer sein uns zu schlagen", ist er vom Umschwung überzeugt. Ganz nach dem Motto Motorwechsel und das Feld aus der Boxengasse von hinten aufrollen, soll im neuen Jahr wieder alles besser werden. 2014 endet für Klopp mit der einzig positiven Erkenntnis: "Die Hinrunde ist um."

Zusammengestellt von Markus Hoffmann