Köln - Ein Torwart für die Geschichtsbücher, Geschenke für den Torschützenkönig, Abwehrspieler mit Spezialauftrag, aufgeräumte Festplatten und historische Tiefpunkte. Die Zahlenspiele des 22. Spieltags.

#3 – Ein Volltreffer für die Geschichtsbücher. Augsburgs Torwart Marwin Hitz rettete dem FC Augsburg mit seinem spektakulären  Tor zum 2:2 in der Nachspielzeit einen Punkt gegen Bayer Leverkusen und stieg damit in einen elitären Kreis auf. Der Schweizer ist nach Jens Lehmann und Frank Rost erst der dritte Torhüter der Bundesliga-Geschichte, dem dieses Kunststück  aus dem Spiel heraus gelang (XL-Galerie). "Ich sage ja immer, wenn ich bei jeder Standardsituation mit nach vorne gehen würde, mache ich in der Saison fünf Tore. Das musste ich heute mal unter Beweis stellen", kommentierte der 27-Jährige seine Heldentat, die sein Kapitän Daniel Baier sogleich relativierte: "Wenn er die Dinger hinten reinlässt, muss er sie eben vorne machen", spielte er scherzhaft auf die zuvor eher durchwachsene Leistung seines Schlussmanns nach langer Verletzungspause an.  Dennoch stellte er bewundernd fest: "Vor dem Tor eiskalt im Abschluss, da kann ich mir noch eine Scheibe abschneiden."

#17 - Mit seinen Saisontoren 15 und 16 hat er beim 6:0-Sieg in Paderborn nicht nur seinen persönlichen Saisonrekord eingestellt, Arjen Robben übernahm damit auch die Führung in der Torjägerliste vor Frankfurts Alexander Meier (14).  „Es ist schön dort oben mit dabei zu sein, aber es ist nicht das Wichtigste“, sagte der Niederländer, dem der etatmäßige Schütze Thomas Müller sogar beim Elfmeter den Ball überließ, um seinem Teamkollegen zu noch mehr Toren zu verhelfen. Der Titel des Bundesliga-Torschützenkönigs (Tabelle: Ausländische Torschützenkönige) fehlt schließlich noch in der Sammlung des Flügelflitzers, der sich momentan in der Form seines Lebens befindet. „Ich muss mich bei Tomas für das Geschenk bedanken. Ich habe momentan richtig Spaß auf dem Platz und hoffe, dass ich fit und gesund bleibe“, meinte Robben, der im vierten Spiel in Folge traf und nach seinen Toren beim Aufsteiger nun gegen alle 17 Ligakonkurrenten des FC Bayern erfolgreich war. 

#13 - Der Vereinsrekord von sechs Siegen in Serie fiel zwar nicht, mit einem glücklichen Punktgewinn auf Schalke konnte der SV Werder Bremen seine Erfolgsserie dennoch fortsetzen. Sebastian Prödl sorgte in der Nachspielzeit mit einem Kopfball für den viel umjubelten Ausgleich zum 1:1. Der Österreicher führte kurz nach seiner Einwechslung seinen Spezialauftrag aus. "Heute kommst du als Stürmer rein, hat der Trainer gesagt. Es ist immer ein gutes Mittel, einen Langen da vorne reinzuhauen. Das hat ganz gut geklappt", meinte der 1,94 Meter große Innenverteidiger, der nach langer Verletzungspause erstmals seit Anfang Dezember wieder zum Einsatz kam. Mit 13 Punkten aus fünf Spielen führt Werder weiterhin die Rückrundentabelle an und verbuchte damit den besten Start aus der Winterpause seit der Meistersaison 2003/04. "Den Punkt bei einem Champions-League-Teilnehmer nehmen wir für unser Selbstvertrauen gerne mit", so Erfolgscoach Viktor Skripnik, der erstmals in zwei Partien in Folge die gleiche Anfangsformations spielen ließ.   

#1 - Mit einem 3:1-Derbysieg gegen Eintracht Frankfurt ist Neu-Trainer Martin Schmidt ein Traum-Einstand gelungen. Der Schweizer ist zudem der erste Coach des FSV Mainz 05, der sein erstes Bundesliga-Spiel gewann. Seinen Vorgängern Kasper Hjulmand, Thomas Tuchel und Jürgen Klopp war dies nicht vergönnt gewesen. Nach zuletzt nur einem Sieg aus zwölf Spielen konnten sich die Rheinhessen wieder etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Erstmals in dieser Saison konnten die Gastgeber einen Rückstand noch in einen Sieg ummünzen, während Frankfurt weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg in Mainz wartet (vier Niederlagen, sieben Remis). „Ich bin kein Wunderheiler. Ich habe nur ein paar Sinne geschärft und ein paar Dinge auf der Festplatte der Spieler angesteuert“, erklärte Trainer Schmidt das Geheimnis seiner gelungenen Premiere.

#18 - Nur ein Punkt aus fünf Spielen in der Rückrunde und bereits vier Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz - die Lage beim VfB Stuttgart spitzt sich immer mehr zu. Beim 2:3 gegen Borussia Dortmund blieben die Schwaben im achten Heimspiel in Folge ohne Sieg und stellten damit die 48 Jahre alte Vereinsnegativmarke ein. Nach zuvor sechs Partien in Folge ohne eigenen Treffer konnte immerhin ein weiterer neuer historischer Minusrekord verhindert werden. Dennoch weist Stuttgart nach 22 Spieltagen mit nur 18 Punkten die zu diesem Zeitpunkt schwächste Bilanz der Klubhistorie auf. Trainer Huub Stevens indes glaubt weiterhin an ein gutes Ende. "Spieler und Fans sind eine Einheit. Das gibt Vertrauen, dass wir das zusammen hinbekommen. Der Weg ist nicht einfach, aber auch einen ganz schwierigen Weg muss man gemeinsam gehen."

Zusammengestellt von Markus Hoffmann