Köln – Ein emotionales Comeback, traurige Rekorde, das Ende einer Torflaute und ein unglaubliches Verletzungspech. Die Zahlenspiele des 12. Spieltags.

#132 - "Wenn man so empfangen wird, hat sich jede Trainingseinheit gelohnt", schwärmte Bastian Schweinsteiger, der 132 Tage nach dem WM-Finale von Rio sein Pflichtspiel-Comeback für den FC Bayern feierte. In der Schlussphase eingewechselt, steuerte der von seinen Kniebeschwerden genesene Nationalmannschafts-Kapitän beim 4:0-Sieg gegen Hoffenheim den Assist zum Schlusspunkt durch Sebastian Rode bei. "Es war schön wieder auf dem Platz zu stehen. Die Reaktion der Zuschauer hat mein Herz berührt. Solche Momente vergisst man nie", sagte der 30-Jährige. "Heute hat man gemerkt, wie wichtig Basti für unseren Verein und die Zuschauer ist", sagte Trainer Pep Guardiola. Bis der WM-Held wieder bei 100 Prozent ist, wird es wohl noch etwas dauern. Hochprozentig bleibt dagegen die Erfolgsquote des FC Bayern, der seit mittlerweile 18 Pflichtspielen (15 Siege) ungeschlagen ist.

#13 - Nach der Knöchelverletzung aus dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, die ihn zur Absage der Länderspiele gegen Gibraltar und Spanien zwang, hat es Marco Reus nur 13 Tage später schon wieder erwischt. Nach einem Foul des Ex-Dortmunders Marvin Bakalorz musste der Nationalspieler beim Spiel in Paderborn (2:2) erneut verletzt vom Platz getragen werden. Für den 25-Jährigen ist es  bereits die dritte schwere Blessur in dieser Saison, nachdem er zuvor schon die WM aufgrund einer Syndesmose-Verletzung verpasst hatte. "Das ist Wahnsinn", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp angesichts des erneuten Ausfalls seines Offensiv-Stars. "Es tut uns allen unheimlich leid. Vor allem Marvin war kreidebleich, als der das Foul nochmal gesehen hat. Er wollte ihn auf keinen Fall verletzten", erklärte SCP-Coach Andre Breitenreiter, der mit seinem Team erstmals in der Bundesliga einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen konnte. 

#859 - Der Torschützenkönig von 2013 hat die längste Flaute seiner Bundesliga-Karriere beendet und nach 859Minuten aus Sicht von Bayer 04 Leverkusen endlich wieder eingenetzt. Erstmals seit dem Saisonauftakt durfte Stefan Kießling beim 3:1-Sieg in Hannover wieder einen eigenen Treffer bejubeln. "Wir haben das Thema gar nicht so hoch gehangen, sind aber doch froh, dass es nun vom Tisch ist", gab Werkself-Coach Roger Schmidt zu. "Wer gewohnt ist 15 Tore pro Saison zu machen, will irgendwann auch mal wieder selbst den Ball im Netz unterbringen und nicht nur für die Mannschaft arbeiten und den anderen die Bälle vorlegen", so Schmidt über seinen Mittelstürmer, der trotz zwischenzeitlicher Ladehemmung enorm wichtig für sein Team sei. An Aktivität mangelt es dem 30-Jährigen jedenfalls nicht, stehen doch in dieser Saison bereits 21 Torschussvorlagen für ihn zu Buche.  

#96 (eigentlich: Minus 96) - In der Torschuss-Statistik mal wieder unterlegen (9:17), das Spiel trotzdem gewonnen und von Platz elf auf sechs den größten Sprung in der Tabelle gemacht. In guter alter Chelsea-Manier hat Trainer Roberto di Matteo den FC Schalke 04 zum 3:2-Erfolg über den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg geführt. Hinten mit einer Fünferkette Beton anrühren, vorne die Chancen eiskalt nutzen – eine simple Erfolgsformel. Gegen die Wölfe verzichteten die Knappen zwischen der 32. und 82. Minute sogar vorsichtshalber auf jegliche Torabschlüsse. Ganz so, als ob sie ihre kuriose Statistik nicht in Gefahr bringen wollten, die besagt, dass der Revierclub in den fünf Bundesligaspielen unter dem Italo-Schweizer eine Torschuss-Bilanz von insgesamt 44:96 aufweist.

#13 - Trauriger Rekord: Die TSG1899 Hoffenheim ist der einzige Verein, der in der Bundesliga noch nie gegen den FC Bayern München gewinnen konnte. Auch im 13. Anlauf blieben die Kraichgauer trotz einer teilweise beherzten Vorstellung (11 Torschüsse) letztlich wieder einmal chancenlos. "Bayern ist eine Klasse für sich. Wenn man hier etwas holen will, muss man seine Möglichkeiten konsequent nutzen. Das haben wir heute nicht getan", analysierte Torwart Oliver Baumann trocken. "Wir haben einen guten Versuch gestartet, den Bayern wehzutun, aber es hat nicht geklappt", sagte Trainer Markus Gisdol, der seinem Gegenüber Pep Guardiola „durch die Blume“ bereits zum Titel gratulierte. "Sie sind einfach die beste Mannschaft und werden auch wieder Deutscher Meister werden", ist er sich sicher.   

Zusammengestellt von Markus Hoffmann