Eines weiß Mirko Slomka jetzt mit Sicherheit: Er hat noch viel Arbeit vor sich mit Hannover 96.

"Wir waren in den ersten fünf Minuten total verunsichert und haben haarsträubende individuelle Fehler gemacht. Das ist natürlich ein ganz bitterer Rückschlag für uns. Jetzt müssen wir kommende Woche unbedingt Nürnberg mit einem Sieg auf Distanz halten", sagte der neue Hannover-Trainer nach dem 0:1 beim FSV Mainz 05.

"Haben uns besser präsentiert als zuletzt"

Die Rückkehr nach 650 Tagen Abstinenz ist für Slomka also daneben gegangen. Ein erster Hauruck-Effekt war allenfalls in Ansätzen zu erkennen.

"Es ist natürlich schwierig für den Trainer, jetzt schon all seine Ideen komplett einzubringen. Man hat aber gesehen, dass wir uns deutlich besser präsentiert haben als in den drei Spielen zuvor - wir hatten mehr Ballbesitz und haben mehr Zweikämpfe gewonnen als in den Wochen zuvor. Letztendlich zählt das alles aber unter dem Strich nicht, denn das Ergebnis ist 0:1 gegen uns. Trotzdem gibt es ein Stück weit Hoffnung", kommentierte Sportdirektor Jörg Schmadtke die Lage am Sonntagmittag im "DSF-Doppelpass".

Erstes "Endspiel" gegen Nürnberg

Der Ernst der sportlichen Situation beim Tabellensechzehnten ist allen längst bewusst. Stellvertretend sagt Kapitän Arnold Bruggink: "Wir dürfen in Nürnberg nicht so unsicher sein wie die ersten fünf Minuten in Mainz. Vor allem dürfen wir nicht so viele negative Gedanken an uns ranlassen."

Speziell im Sturm drückt der Schuh. Deshalb kündigte der neue Coach an, bis zum ersten "Endspiel" gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Wochenende einen Stürmer und im besten Fall auch noch einen Ballverteiler für das Mittelfeld zu verpflichten.

"Asamoah ist ein Thema"

"Eines ist ganz klar: Wir brauchen im Sturm jemanden, der die Bälle verwertet. Da fehlt es uns komplett an Effektivität. Zudem lassen wir die Passgenauigkeit im Spiel nach vorne vermissen. Wir werden das Thema Neuzugänge in den nächsten zwei Tagen sicher offen diskutieren", sagte Slomka.

Einer dieser neuen Kräfte könnte Gerald Asamoah vom FC Schalke sein. "Asamoah ist ein Thema, das wir diskutieren werden. Er hat Symbolkraft. Wir müssen aber auch sehen, wie er uns auf dem Platz helfen kann", erklärte Schmadtke. Asamoah spielte von 1994 bis 1999 in der Jugend und der Profimannschaft von Hannover 96. In dieser Zeit war sein Trainer im Jugendbereich: Mirko Slomka.