Wie bei einem Stroboskop prasselten die Lichtblitze der zehn Fotografen im Presseraum des Hamburger SV auf Trainer Bruno Labbadia und Neuzugang Marcus Berg ein. Sieben Kamerateams versuchten, den Neuzugang mit dem 16er-Trikot in der Hand ins rechte Licht zu rücken. Dazu noch gut zwei Dutzend Journalisten, die den Schweden bei seiner offiziellen Vorstellung genauestens unter die Lupe nahmen. Berg wirkte sichtlich eingeschüchtert. Mit so einem großen Medieninteresse hatte der 22-Jährige wohl nicht gerechnet.

Nur gut, dass HSV-Pressesprecher Jörn Wolf erst einmal dem Trainer das Wort erteilte. So blieb Berg ein wenig Zeit, um sich mit der Umgebung zurechtzufinden. Labbadias Laudatio dürfte dem Stürmer die letzte Nervosität so genommen haben.

Vom HSV sofort überzeugt

Denn Berg, dem Labbadia den "absoluten Willen, Tore zu schießen" attestierte, wirkte bei seiner Einführung dann auch schon wieder locker und gelöst, und erzählte im besten Englisch, warum er für die kommenden fünf Jahre beim HSV und nicht bei einem anderen der vielen europäischen Interessenten unterschrieben hat.

"Schon als ich zum ersten Mal von Interesse des HSV gehört habe, war für mich zu 100 Prozent klar, dass ich nach Hamburg will und zu keinem anderen Verein", erklärte Berg. Denn "der HSV ist eine fantastische Chance für mich. Die Bundesliga hat ein höheres Niveau als der Fußball in den Niederlanden. Das ist der nächste Schritt in meiner Karriere."

"Ich will Tore schießen"

Und welche Entwicklung ein Spieler bei den "Rothosen" nehmen kann, hat zuletzt Rafael van der Vaart gezeigt, der wie Berg aus der niederländischen Eredivise in die Bundesliga kam und nach drei Jahren zu Real Madrid wechselte.

Doch so weit möchte Berg noch nicht denken: "Ich muss jetzt erst einmal spielen, um die Mannschaft und das System besser kennenzulernen." Ob er sich durch den Wechsel auch bessere Chancen auf einen Einsatz im schwedischen Nationalteam erhoffe? "Ich bin jetzt beim HSV und hundertprozentig auf den Verein fokussiert. Alles andere ist Bonus", so Berg. Wichtig sei, dass "ich jetzt hart arbeite, viele Tore schieße und der Mannschaft so helfe, unsere Ziele zu erreichen."

Labbadia bittet um Geduld

Doch dafür muss sich der technisch versierte Schwede erst einmal einen Stammplatz ergattern. Denn Labbadia stellte klar, dass sich Berg dem Konkurrenzkampf gegen die anderen Stürmer stellen muss. Er appellierte aber auch an die Fans, dass man den jungen Spielern Zeit geben müsse, sich zu entwickeln. Vor allem bei "Marcus muss man schauen, wie er mit dem deutschen Fußball und der Robustheit klar kommt."

Wenn Berg sich in der Bundesliga genauso schnell zurechtfindet, wie bei seiner offiziellen Vorstellung, dann muss Labbadia und dem HSV jedoch nicht Bange sein.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis




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