Zusammenfassung

  • Der HSV schlägt Wolfsburg 3:1 im Sechs-Punkte-Abstiegsgipfel

  • Lewis Holtby ist das Gesicht der Hamburger Hoffnung

  • Trotz allem steht Hamburg noch immer auf Platz 17

Wolfsburg - Lewis Holtby ließ sich auch nach dem Schlusspfiff kaum stoppen. Der Vorkämpfer des Hamburger SV redete und redete, nach dem überlebenswichtigen 3:1 (2:0) beim VfL Wolfsburg sprudelte es nur so aus dem 27-Jährigen heraus. Erst der Dopingkontrolleur konnte den Aufgekratzten von den Reportern wegreißen. Doch seine Botschaft an die Kellerkonkurrenz machte Holtby vorher mehr als deutlich.

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"Ich glaube zu 100 Prozent an die Rettung. Wir wollen das noch herumreißen", sagte Holtby, so etwas wie das Gesicht des HSV-Aufschwungs unter Trainer Christian Titz. Nach drei Siegen aus den letzten vier Spielen lebt der Mythos des unabsteigbaren Dinos mehr denn je in dieser Saison, die Jäger brennen auf die letzten zwei Spieltage, um noch "über den Strich zu kommen", sagte Holtby, der 90 Minuten "on fire" war.

Holtby "on fire"

Der HSV, gegen die Wölfe von Ex-Retter Bruno Labbadia gnadenlos effektiv, ist zwar weiter Vorletzter - aber der Rückstand auf den Relegationsrang schmolz auf nur noch zwei Punkte zusammen. Damit haben die Hanseaten ihr Viertelfinale auf dem Weg zum Wunder, wie es Titz vor der Partie formuliert hatte, gewonnen.

"Gegen Frankfurt müssen wir wieder zu 100 Prozent alles reinwerfen", sagte Luca Waldschmidt mit Blick auf das nächste Wochenende: "Das ist unser Halbfinale." Und am letzten Spieltag, so der Plan, soll dann im Volkspark das alles entscheidende Endspiel gegen Mönchengladbach folgen.

Video: Gelingt dem HSV wieder die Last-Minute-Rettung?

Sie hätten "teilweise schon fast Tiki-Taka gespielt", sagte Holtby, der per Kopf (45.+1) sein viertes Tor im sechsten Spiel unter Titz erzielte. Nur kurz zuvor hatte Bobby Wood, der wie Holtby lange überhaupt keine Rolle spielte, per Foulelfmeter (43.) die Zeichen auf Auswärtssieg gestellt. Luca Waldschmidt (90.+3) machte nach dem Anschlusstreffer von Josip Brekalo (78.) alles klar.

"Es freut mich enorm für Bobby", sagte Titz über den US-Amerikaner, der erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder getroffen hatte. Titz wollte aber gar nicht über einzelne Spieler sprechen, sondern stellte seiner Mannschaft ein "Kompliment aus", schließlich habe sie dem "enormen Druck" standgehalten.

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Sakai: "Noch nichts erreicht"

Doch dieser Druck wird trotz der überzeugenden Vorstellung nicht geringer. Der HSV ist weiter zum Siegen verdammt. "Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen als Mannschaft so weiter machen", sagte deshalb auch Kapitän Gotoku Sakai. Doch der Japaner ist sich "sicher, dass wir dann in der ersten Liga bleiben. Wir geben nicht auf."

Und Holtby, der vom Abgeschriebenen auf dem Weg zum HSV-Helden ist, sowieso nicht. "Wir glauben an uns, es macht einfach Spaß", sagte er. Und verschwand mit einem Lächeln.

SID