Zusammenfassung

  • Der 3:2-Sieg gegen Schalke 04 sorgt für neue Hoffnung beim HSV
  • Alle Hamburger sind sich bewusst, dass weitere Siege folgen müssen
  • Die Stadionuhr ist für Filip Kostic "pure Motivation"

Hamburg - Beim Hamburger SV ist die Hoffnung zurück. Wenn es mit dem Wunder im Abstiegskampf aber wirklich noch klappen soll, muss der wachgeküsste Bundesliga-Dino gegen die TSG 1899 Hoffenheim unbedingt nachlegen.

"Wir stehen mit dem Rücken nicht mehr an der Wand, sondern in der Wand." Dieser Spruch von Uwe Seeler ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, er stammt aus der Zeit, als "Uns Uwe" Präsident des Hamburger SV war. Und dennoch ist Seelers Standortbeschreibung wieder einmal aktueller denn je. Diesmal rechnet das Klub-Idol aber nicht mehr mit dem Wunder von der Elbe. Es sei "schwer zu glauben, dass der HSV das noch schafft", sagte der 81-Jährige nun.

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Vorletzter, fünf Punkte Rückstand auf Mainz auf dem Relegationsrang bei nur noch fünf ausstehenden Spielen - trotz der scheinbar aussichtslosen Lage wollen sie beim HSV im Gegensatz zu Seeler noch an ihre Restchance glauben und "das Unmögliche möglich machen", wie Lewis Holtby zuletzt sagte. Nach dem 3:2 gegen den FC Schalke 04 ist die Hoffnung zurückgekehrt und Aaron Hunt forderte eine kleine Serie, um Mainz, Wolfsburg und Freiburg weiter unter Druck zu setzen.

Der Sieg gegen Schalke dürfe "nur ein Anfang" gewesen sein, sagte der 31-Jährige, der den HSV mit seinem Traumtor gegen die Königsblauen wieder wachgeküsst hat. Bei 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) sollten die Hanseaten nun unbedingt nachlegen. "Wir dürfen uns jetzt auch nicht zu viel einreden, sondern müssen noch einiges aufholen", sagte Hunt, der gegen Hoffenheim sein 300. Bundesliga-Spiel bestreiten dürfte.

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Gewinnen, gewinnen, gewinnen - der Bundesliga-Dino ist zum Siegen verdammt, wenn er sich erneut vor dem Aussterben retten will. "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen, um näher heranrücken zu können", sagte Trainer Christian Titz. Und Hoffenheim kommt da eigentlich gerade recht, schließlich entwickelte sich das Team von Julian Nagelsmann zuletzt zu einer Art Lieblingsgegner für die Hamburger. In der Vorsaison holte der HSV gegen 1899 Hoffenheim vier Punkte, im Hinspiel gab es ein 3:0. Gut, danach folgten 15 (!) Partien ohne Dreier - aber das haben die Hamburger Fans nach dem Schalke-Spiel schon fast wieder vergessen.

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Die Mannschaft dürfe sich "jetzt nicht blenden lassen. Die Situation ist immer noch prekär. Wir haben nur ein Spiel gewonnen", sagte Filip Kostic dem Hamburger Abendblatt. Der Angreifer spürt den Druck der Erwartungen beim taumelnden Traditionsklub - Fluch und Segen zugleich. "Der HSV ist noch nie abgestiegen. Als Spieler denkst du natürlich daran – und wirst gleichzeitig dadurch gepusht", sagte Kostic: "Die Uhr im Stadion ist ein Beispiel dafür: Sie erhöht den Druck und ist gleichzeitig pure Motivation."

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Ja, die berühmte Uhr. Sie tickt und tickt, seit fast 55 Jahren. Doch wie lange noch? Vielleicht erhöht der HSV seine Chancen auf die Rettung ja mit einem Sieg in Hoffenheim. "Wenn sich der Gegner hinten etwas entblößt, ist es einfacher für unsere Jungs", hat Seeler einmal gesagt. (sid)