Hamburg – Für die meisten der 17 Bundesliga-Vereine ist ein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund eine höchst unangenehme Aufgabe, als Tabellenletzter sowieso. Der HSV als Schlusslicht kann aus dem kommenden Gegner aber auch ein wenig Hoffnung schöpfen…

Ex-HSV Trainer Mirko Slomka feierte gegen den BVB seinen Einstand als Coach der Rothosen. Am 22. Februar . In Erinnerung blieb besonders das Weitschusstor von Hakan Calhanoglu. Ein Happyend für Slomka sollte es hingegen nicht geben. An das Auswärtsspiel im Signal-Iduna-Park vor knapp einem Jahr dürften die Hamburger jedoch keine guten Erinnerungen haben. Nach einem desaströsen 2:6 musste der damalige Trainer Thorsten Fink seinen Hut nehmen.

Van der Vaart wieder fit – Adler fällt aus

Hamburgs aktueller Übungsleiter Joe Zinnbauer baut in Dortmund auf das Prinzip Hoffnung: "Wenn wir so weitermachen, werden wir auch belohnt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass etwas in ihr steckt und dass sie will. Jetzt müssen wir sehen, dass wir System reinbringen."  Immerhin könnte gegen den BVB Kapitän Rafael van der Vaart nach überstandenen Wadenproblemen in die Mannschaft zurückkehren. Eine Option für die erste Elf ist er aber wahrscheinlich noch nicht. Nicolai Müller, der das Mittwochtraining noch wegen muskulärer Probleme abgebrochen hatte, war am Donnerstag schon wieder voll dabei. Weiterhin vom Pech verfolgt wird Torwart Rene Adler. Zunächst wurde der Ex-Nationalspieler von Ex-Trainer Slomka auf die Bank gesetzt und durch Jaroslav Drobny ersetzt, jetzt verletzte er sich im linken Knie und zog sich einen Kapseleinriss zu. Adler wird dem HSV einige Wochen nicht zur Verfügung stehen.

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Offensive bleibt weiterhin Sorgenkind

Besonders in der Offensive drückt weiterhin der Schuh, auch wenn Nicolai Müller die Torflaute des HSV mit dem ersten Saisontor gegen Eintracht Frankfurt endlich beenden konnte. Einen neuen historischen Rekord hat der HSV aber trotzdem inne: Nie zuvor hatte ein Team erst einen Treffer nach sechs Spieltagen erzielt. Sturmhoffnung Pierre-Michel Lasogga rackert zwar viel, wie ihm auch Trainer Zinnbauer assistiert, doch besonders vor dem Tor  agiert der Ex-Berliner momentan glücklos. Im Training unter Woche ließ Zinnbauer vor allem  Abschlüsse üben. Am Donnerstag standen dann Spielformen im Vordergrund. In Dortmund wird Zinnbauer wahrscheinlich wieder Änderungen in der Startelf vornehmen. Vieles deutet darauf hin, dass Westermann den Brasilianer Cleber in der Innenverteidigung ersetzen wird und Dennis Diekmeier wieder auf die Rechtsverteidiger-Position zurückkehrt. Ansonsten wird der HSV-Coach im Mittelfeld und im Angriff den selben Spielern wie beim 1:2 gegen Frankfurt vertrauen.

Zinnbauer: Wiedersehen mit Klopp

Auf ein Wiedersehen mit seinem alten Teamkollegen freut sich Joe Zinnbauer am Samstag besonders. Mit Dortmunds Trainer Jürgen Klopp spielte er zusammen in der Zweiten Liga beim 1. FSV Mainz. Während Klopp jedoch Stammspieler war (29 Einsätze), spielte Zinnbauer in seinen 16 Einsätzen nur einmal über die vollen 90 Minuten. Nach der Verpflichtung Zinnbauers scherzte Klopp: "Joe war der Mensch, den ich kannte, der schon drei Handys hatte. Ich hatte da selbst noch gar keins."

Hoffnung kann dem HSV die Statistik gegen den BVB machen. Drei der letzten vier Partien konnten die Hamburger gegen den BVB gewinnen. Die Dortmunder kassierten dabei satte zwölf Gegentore. Auf der anderen Seite wiegt die Auswärtsschwäche des HSV schwer. Aus den letzten 14 Spielen auf fremden Plätzen holten die Rothosen nur zwei Punkte. Den letzten Auswärtssieg gab es Ende Oktober 2013 beim 3:0 in Freiburg. Das letzte Tor des HSV in der Fremde erzielte Ivo Ilicevic am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim 2:4 in Mainz.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage