Die Gelegenheit war natürlich wieder günstig. Unmittelbar vor dem eigenen Auftritt bei Werder Bremen (So., ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) konnte sich Bayer Leverkusen ein ganz aktuelles Bild vom Gegner machen.

In der Europa League unterlagen die "Grün-Weißen" am Donnerstagabend mit 0:1 beim niederländischen Vertreter Twente Enschede. Trotzdem sei Werder natürlich ein Gegner auf Augenhöhe, betont "Werkself"-Trainer Jupp Heynckes:

"Werder ist immer eine Mannschaft gewesen, die attraktiven Fußball gezeigt hat - auch in dieser Saison. Aber sie haben das Gesicht gezeigt, mit einer Phase, in der es nicht so gelaufen ist. Dadurch sind sie zurückgefallen. Nun befinden sie sich im Aufwind, trotz der Niederlage gegen Enschede."

"Wir gehen mit dem Erfolg ganz natürlich um"

Trotz des Lobes und der bekannten Stärke des kommenden Gegners sieht man bei der "Werkself" aber keine Gründe, warum es nicht auch in Bremen möglich sein soll, zu gewinnen. Unter der Woche wurde nach zwei freien Tagen hochkonzentriert und gut auf dem Trainingsplatz gearbeitet.

"Meine Mannschaft spielt konstant guten Fußball. Sicher ist man auch mal mit der einen oder anderen Phase sowie Aktion nicht ganz zufrieden. Aber es gibt keine Mannschaft, die perfekt über die ganze Distanz spielen kann. Wir gehen mit dem Erfolg ganz natürlich und professionell um. Deshalb kann uns auch nicht soviel erschüttern und aus dem Gleichgewicht bringen."

Hyypiä gesperrt

Dies soll auch auch für die Gelbsperre von Abwehrchef Sami Hyypiä gelten. Nach seiner fünften Karte wird der Finne erstmals ein komplettes Bundesliga-Spiel von Bayer 04 nur als Zuschauer verfolgen können. "Die Mannschaft ist gut drauf, wir werden auch den Ausfall von Sami Hyypiä kompensieren. Wenn man anspruchsvoll Fußball spielen will, dann ist das nur als Mannschaft möglich", sagte Heynckes, dessen Team mit dem 23. Spiel in Folge ohne Niederlage den Startrekord von Bayern München aus der Saison 1988/89 - auch unter Heynckes - einstellen könnte.

Die erforderliche Umstellung war für den Trainer schnell erledigt. Der bisherige Mittelfeldspieler Stefan Reinartz rutscht eine Position nach hinten und verteidigt neben Kapitän Manuel Friedrich. Im defensiven Mittelfeld kommt Arturo Vidal nach abgesessener Gelbsperre zurück.

"Eine schöne Aufgabe, sich zu beweisen"

Bremens Cheftrainer Thomas Schaaf und seine "Grün-Weißen" freuen sich auf das Duell mit den in der Liga noch ungeschlagenen Gästen. Wegbegleitendes Spalier und bunte Blumensträuße sind jedoch nicht vorgesehen. Die Gastgeber sind viel mehr gewillt, dem Ganzen im letzten Augenblick Einhalt zu gebieten.

"Eine schöne Aufgabe, sich zu beweisen. Unser Ziel ist klar, und die Aufgabe ist Motivation genug", bringt es Schaaf auf den Punkt. Mit einem "Dreier" im Heimspiel könnte die nächste Stufe erklommen werden: Bis auf zwei Punkte rückte seine Mannschaft zuletzt wieder an den ersten europäischen Startplatz heran, den derzeit Borussia Dortmund innehält.

Auf Tabellenführer Bayer sind es dagegen schon 14 Zähler. Dass die "Werkself" von ganz oben grüßt, dafür hat auch Thomas Schaaf einige Argumente parat. "Sie treten als unheimlich kompakte Einheit auf, die auch individuell einiges aufzubieten hat", lobt er. Schlicht und ergreifend "hat sie hervorragende Spiele geboten und steht nun zurecht dort."

Hunt fällt aus, Pizarro und Pasanen fit

Wie bereits am Freitag von Schaaf angedeutet, müssen die Bremer auf Aaron Hunt verzichten. Der 23-Jährige hatte im bisherigen Saisonverlauf in jeder Partie für die "Grün-Weißen" auf dem Platz gestanden. Die muskulären Probleme im hinteren Oberschenkelbereich machen einen Einsatz gegen Bayer jedoch unmöglich.

Für ihn nominierte Thomas Schaaf U23-Akteur Onur Ayik, der damit zu zweiten Mal in dieser Saison im Kader steht. In einem Testspiel von Werders Drittligateam gegen den VfB Lübeck erzielte Ayik am Samstagmittag noch den Treffer zum 2:0 Endstand, ehe er am Nachmittag zur Mannschaft stieß.

Angreifer Claudio Pizarro sowie Linksverteidiger Petri Pasanen konnten hingegen Entwarnung geben. Beide stehen im Kader der Werderaner und können mit einem Einsatz von Beginn an rechnen. "Ich habe keine Probleme mehr mit dem Knie und fühle mich gut", gab Pizarro zur Freude aller Werder-Anhänger grünes Licht für einen Einsatz gegen Leverkusen.