Am vergangenen Mittwoch haben Hannover 96 und Trainer Dieter Hecking die sofortige Trennung bekanntgegeben.

Die Verantwortlichen in Hannover müssen sich nun nach einem neuen Chefcoach umsehen. "Die Trainersuche wird Zeit brauchen", meint 96-Präsident Martin Kind.

Im Interview spricht der 65-Jährige über die Trennung und das Prozedere bei der Nachfolger-Suche.

Frage: Dieter Hecking hat mit seinem Rücktritt die Konsequenz aus der schwierigen vergangenen Saison und einem erneut schwachen Saisonstart von Hannover 96 gezogen. Wie überraschend kam sein Entschluss für Sie?

Martin Kind: Gerade weil wir in den letzten Monaten gemeinsam durch schwere Zeiten gegangen sind, kam die Entscheidung für mich schon überraschend und unerwartet. Allerdings haben wir in dieser Woche natürlich alle Szenarien diskutiert, und dann muss man auch diesen Entschluss letztlich respektieren.

Frage: Gab es keine andere Lösung mehr?

Kind: Natürlich wünscht man sich auch in einer angespannten Situation, wie wir sie derzeit haben, eine andere Lösung. Schließlich hat Dieter Hecking über Jahre gute Arbeit in Hannover geleistet, sodass einem die Trennung nicht leicht fällt. Aber der Trainer hat sich für diesen Schritt entschieden.

Frage: Hätten Sie sich gewünscht, dass er weiter um seinen Posten kämpft?

Kind: Das hat er ja in den vergangenen sieben, acht Monaten getan. Man kann ihm sicher nicht mangelndes Stehvermögen vorwerfen. Dass er irgendwann sagt, es geht nicht mehr, muss man akzeptieren.

Frage: Wie zuversichtlich sind Sie, angesichts der schwierigen Situation in absehbarer Zeit einen Nachfolger zu finden?

Kind: Da die jetzt gefällte Entscheidung nicht geplant war, haben wir uns damit bisher nicht beschäftigt. Eines ist aber klar: Wir werden die Suche nach einem neuen Trainer mit Gelassenheit angehen und nicht in Aktionismus verfallen.

Frage: Welchen zeitlichen Rahmen halten Sie für realistisch?

Kind: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es schnell geht. Wir werden für diese Trainersuche Zeit brauchen und uns diese auch nehmen. In so einer Situation ist es nach meiner Überzeugung wichtig, mehrere Alternativen zu prüfen und mit mehreren Kandidaten zu sprechen.

Frage: Wie wird das Prozedere ablaufen?

Kind: Es muss ja auch in den nächsten Tagen weitergehen. Deswegen haben wir zunächst eine interne Lösung gefunden. Daneben wird unser Sportdirektor Jörg Schmadtke eine Kandidatenliste erstellen, die wir dann abarbeiten. Bisher haben wir jedenfalls noch niemanden konkret auf dem Zettel.