Kaiserslautern - In der Vorrunde war Srdjan Lakic die Lebensversicherung des 1. FC Kaiserslautern. Vor allem dank seiner Treffer konnten die "Roten Teufel" bis in den Winter hinein die Abstiegsregionen unter sich lassen. Nachdem sein Wechsel zum VfL Wolfsburg bekannt wurde, hakte es jedoch - bei Lakic und dem FCK.

Rechtzeitig zum Saisonendspurt platzte jedoch der Knoten beim kroatischen Torjäger, der mit einem "Doppelpack" in Stuttgart den 4:2-Sieg der Pfälzer ebnete. Im bundesliga.de-Interview erklärt Lakic, warum er immer an sich geglaubt hat, wie er die Chancen des FCK im Abstiegskampf sieht und warum er sich noch nicht mit seinem neuen verein beschäftigt.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg in Stuttgart! Wie erleichtert sind Sie, dass der FCK dieses Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf gewonnen hat?

Srdjan Lakic: Mit dem Sieg haben wir einen großen Schritt gemacht, aber wir sind noch nicht durch. Wir müssen weiter wachsam sein und hart arbeiten, dann werden wir unser Ziel erreichen.

bundesliga.de: Durch Ihren "Doppelpack" haben Sie Ihre 748 Minuten andauernde Torflaute beendet. War es eine Erleichterung für Sie, endlich mal wieder getroffen zu haben?

Lakic: Ich bin immer ruhig geblieben, denn ich wusste was ich kann. Ich habe gut trainiert und habe gespürt, dass mein Zeit wieder kommt. Ich habe immer fest daran geglaubt. Die schwierige Zeit ist vorbei, und ich freue mich natürlich sehr.

bundesliga.de: Wie geht man als Stürmer mit so einer Torflaute um? Immerhin mussten Sie zwischenzeitlich ja auch mal auf die Bank.

Lakic: Ich habe mich nicht verrückt gemacht und habe versucht, weiter positiv zu bleiben und an mir zu arbeiten. Als ich nicht gespielt habe, war ich angeschlagen und bin wegen einer Fußverletzung draußen geblieben. Ich weiß, wenn ich fit bin, mache ich immer meine Tore.

bundesliga.de: Nun hat der FCK durch den "Dreier" in Stuttgart sechs Punkte Vorsprung vor den Abstiegsplätzen und Rang 16. Sind die "Roten Teufel" bereits gerettet?

Lakic: Nein, wir dürfen nicht nachlassen und müssen weiter hungrig sein. Aber da sehe ich auch keine Gefahr, denn wir sind eine gute Truppe und wir wollen jetzt den nächsten Sieg holen.

bundesliga.de: Auch wenn der FCK noch nicht durch sein mag, so sollte dieser Vorsprung doch Selbstvertrauen und die nötige Ruhe fürs Saisonfinale geben, oder?

Lakic: Natürlich gibt ein solcher Erfolg Kraft und Zutrauen in die eigene Stärke. Ruhe hatten wir hier aber immer, denn wir alle wissen, dass wir unsere Ziele nur im Kollektiv erringen können und jeder für den anderen da sein muss.

bundesliga.de: Der FCK hat in den noch ausstehenden fünf Partien drei Heimspiele. Warum ist das ein Vorteil im Abstiegskampf?

Lakic: Jeder, der auf dem Betzenberg schon einmal angetreten ist, wird das verstehen: Diese Fans sind einfach großartig und pushen dich immer wieder nach vorn. Wir haben schon viele tolle Spiele zuhause gezeigt und uns gerade in Heimspielen den verdienten Respekt erarbeitet.

bundesliga.de: Die nächste Partie bringt den 1. FC Nürnberg auf den Betzenberg. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Lakic: Nürnberg ist nicht mehr die Mannschaft der Hinrunde. Sie stehen zu Recht auf einem vorderen Platz und können es schaffen, im nächsten Jahr in der Europa League zu spielen. Sie haben viel Selbstvertrauen und sind brandgefährlich. Aber Marco Kurz wird uns wieder perfekt auf den Gegner einstellen und wenn wir auf unsere Stärken vertrauen und unsere Chancen konsequent nutzen, dann werden wir erfolgreich sein.

bundesliga.de: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken des "Clubs", die Ihr Team für diese Partie in den Griff bekommen muss?

Lakic: Sie spielen aus einer sehr guten Organisation und haben viel Qualität im Kader. Zudem konnten sie durch ihre Erfolge viel Selbstvertrauen tanken und das ist im Fußball einiges wert.

bundesliga.de: An den letzten drei Spieltagen geht es gegen St. Pauli, Wolfsburg und Bremen - drei direkte Konkurrenten. Ist der FCK zu diesem Zeitpunkt schon gerettet?

Lakic: Darüber macht sich bei uns keiner Gedanken. Wir schauen auf den nächsten Gegner und der heißt Nürnberg. Wir haben es selbst in der Hand - wenn wir unsere Spiele gewinnen, dann bleiben wir sowieso drin, egal an welchen Spieltag es dann feststeht...

bundesliga.de: Am 33. Spieltag müssen Sie bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber, dem VfL Wolfsburg, antreten. Haben Sie die Befürchtung, dass Sie Ihren neuen Club - und somit sich selbst - in die 2. Bundeliga schießen könnten?

Lakic: Ich bin Spieler beim 1. FC Kaiserslautern und habe mit meiner Mannschaft nur ein Ziel - den Klassenerhalt. Erst in der nächsten Saison bin ich beim VfL Wolfsburg und solange zählt nur der FCK. Außerdem beschäftige ich mich nicht mit hypothetischen Fragen.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig