München - In der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte arbeiteten bislang 63 ausländische Trainer aus 18 Ländern. In zwei Wochen nimmt nun der erste Spanier seine Arbeit in der Bundesliga auf. Pep Guardiola übernimmt den Triple-Gewinner Bayern München. Die Bayern haben mit ausländischen Trainern bereits gute Erfahrungen gemacht, das zeigen die Fakten aus der bundesliga.de-Datenbank

Sechs ausländische Trainer feierten insgesamt zehn Deutsche Meisterschaften mit ihren Clubs. Vier von ihnen waren mit dem FC Bayern erfolgreich. Den Anfang machte Branko Zebec 1969. Ihm folgte der stets mit einem Halstuch elegant gewandete Pal Csernai, der 1980 und 1981 zwei Titel gewann. 1997 reihte sich der Italiener Giovanni Trapattoni in die Liste der Meistertrainer ein. Und 2010 schließlich holte der streitbare Niederländer Louis van Gaal gleich das Double.

Ernst Happel gewann die meisten Titel



Mit zwei verschiedenen Vereinen erfolgreich war der Österreicher Max Merkel, der 1966 mit 1860 München und zwei Jahre später auch mit dem 1. FC Nürnberg Meister wurde. Branko Zebec fügte dem Titel mit den Bayern auch einen mit dem Hamburger SV (1979) hinzu. Mit dem HSV feierte auch der wortkarge Österreicher Ernst Happel zwei Meisterschaften, dazu den Gewinn des Europapokals der Landesmeister und des DFB-Pokals.

Happel war somit der eifrigste ausländische Titelsammler der Bundesliga-Geschichte. Er ist mit sechs Jahren am Stück beim HSV auch der Coach mit der längsten Amtszeit bei einem Club. Keine Meisterschaft, abgesehen vom 4-Minuten-Titel im Jahr 2001, gewann der Niederländer Huub Stevens. Dafür führte der "Knurrer aus Kerkrade" den FC Schalke 04 zu zwei Pokalsiegen (2001, 2002) und dem legendären UEFA-Cup-Gewinn 1997. Drei Titel gewann auch der Koate "Tschik" Cajkovski, der mit den Bayern in den sechziger Jahren zwei Mal den DFB-Pokal und 1967 auch den Europapokal der Pokalsieger holte.

Huub Stevens hat in zwölf Bundesliga-Jahren bei Schalke, Hertha BSC und dem Hamburger SV in 332 Spielen auf der Bank gesessen. Das ist der drittbeste Wert hinter Dauerbrenner Branko Zebec (407 Spiele in 14 Jahren) und dem Ungarn Gyula Lorant (351 Partien in zwölf Jahren).

Österreicher hoch im Kurs



Letztgenannter ist der Coach, der für die meisten Bundesliga-Clubs tätig war. In seiner Vita finden sich sieben Bundesligisten (Kaiserslautern, Duisburg, Köln, Offenbach, Frankfurt, Bayern und Schalke).

Aus 18 Ländern stammen die 63 Coaches, die ohne deutschen Pass in der Bundesliga trainierten. 15 der 63 Trainer - also fast jeder vierte - kamen aus Holland. Gerne verpflichteten die Bundesligisten auch Fußballlehrer aus Österreich (11), Kroatien (7) oder der Schweiz (5). Mit dem aus Argentinien kommenden Hamburger Interimstrainer Rodolfo Cardoso, der 2011 zwei Mal den HSV coachte, schaffte es nur ein Nicht-Europäer in der Bundesliga auf die Trainerbank.

Den besten Punkteschnitt holte Louis van Gaal



Den besten Punkteschnitt aller ausländischen Trainer, die mindestens eine komplette Saison in der Bundesliga tätig waren, hält der ehemalige Bayern-Coach Louis van Gaal, der in 63 Spielen 122 Punkte und damit durchschnittlich 1,94 Punkte holte. Ihm folgen Ernst Happel (1,86) und 1,82).

Es liegt in der Natur der Sache, dass erfolglose Trainer nicht sehr lange im Amt waren. Neben anderen ist die Bilanz von Jos Luhukay noch ausbaufähig. Während der aktuelle Hertha-Coach bereits mit drei Vereinen (Mönchengladbach, Augsburg und Hertha) den Bundesliga-Aufstieg packte, holte er in Deutschlands höchster Spielklasse in 57 Spielen nur 51 Punkte. Da geht sicher noch mehr.

Tobias Gonscherowski