München - Wer etwas über die Stimmungslage beim FC Bayern München erfahren möchte, der muss sich lediglich die kleinen Bilder anschauen, die der Club regelmäßig via Twitter von seinen Trainingseinheiten in die Welt schickt. Lachende, ja regelrecht entspannte Gesichter sind darauf zu sehen.

Allzu verwunderlich ist das nicht. Nachdem die Tabellenführung in der Bundesliga durch den gleichermaßen hart erkämpften wie hochverdienten 2:1-Erfolg gegen Borussia Dortmund gefestigt wurde, wartet nun am Mittwochabend (ab 20:30 Uhr im Liveticker) das Champions-League-Gruppenspiel gegen den AS Rom. Mit einem Sieg gegen die Italiener, den die Bayern im Hinspiel mit 7:1 deklassierten, wäre schon nach vier Spieltagen der Gruppensieg perfekt.

"Rom bleibt eine starke Mannschaft"

Vom deutlichen Ergebnis im Hinspiel wollen sich die Münchner aber nicht blenden lassen. "Rom bleibt eine starke Mannschaft. Sie kommen hierher, um Punkte mitzunehmen. Und sie haben Spieler, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können", betonte David Alaba im Pressegespräch an der Säbener Straße.

Hoffnungen, die Mannschaft von Pep Guardiola könnte es etwas ruhiger angehen lassen, sollten sich die Italiener also nicht machen, zumal der FC Bayern im Herbst 2014 trotz aller Erfolge fokussiert wie selten zuvor wirkt.

Die Mannschaft will Siege feiern und lässt sich auch von kleinen Rückschlägen nicht beirren. Im Gegenteil: Der Halbzeit-Rückstand gegen den BVB führte zu einer beeindruckenden Reaktion der Mannschaft, die geradezu beflügelt wirkte und in Person des eingewechselten Franck Ribery den entscheidenden Impuls von Guardiola bekam. "Wir sind weiterhin sehr hungrig und ehrgeizig", verkündete Alaba passend dazu.

Bald weitere Optionen

Dass am Montag auch noch verkündet wurde, dass Bastian Schweinsteiger noch in diesem Jahr wieder zum Einsatz kommen wird, passt ins derzeit makellose Bild, das der FC Bayern abgibt. Das Stars wie Javi Martinez und Thiago weiterhin verletzt fehlen, wird dabei fast schon vergessen.

Das liegt auch an jungen Spielern wie Juan Bernat, der in dieser Saison genau wie Alaba in jedem Pflichtspiel des Rekordmeisters zum Einsatz kam. Der Spanier genießt das Vertrauen von Guardiola und entwickelt sich prächtig. Und auch er hat schon erkannt, dass man beim FC Bayern nie satt sein darf. "Das Hinspiel war perfekt von uns, ein irres Spiel. Jetzt aber geht es wieder bei null los. Es wird schwierig und umkämpft", sagte er mit Blick auf das Duell gegen den AS Rom. Der nächste Sieg soll her, schließlich soll die Stimmung weiter sehr gut bleiben.

Stefan Schinken