Mönchengladbach - Kaum ein Spieler ist bei Borussia Mönchengladbach derzeit so gesetzt wie Granit Xhaka. Im defensiven Mittelfeld ist der Schweizer unverzichtbar. Das war nicht immer so, diesen Status musste sich der Youngster erst hart erarbeiten.

 

Im Sommer 2012 trat Granit Xhaka seinen Dienst in Mönchengladbach ziemlich nassforsch an. Selbstbewusst und mit kernigen Sprüchen ließ der junge Mann damals aufhorchen. Den Worten folgten aber nur bedingt Taten, nach dem 8. Spieltag hatte er seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld an den Routinier Thorben Marx verloren.

Die Zeit der Schwankungen ist vorbei

Etwas besser lief es dann in seiner zweiten Saison bei der Borussia. Aber auch in dieser Spielzeit war der Schweizer Nationalspieler nicht unumstritten. Bei fünf seiner letzten sechs Einsätze kam er von der Bank.

Obwohl der inzwischen 22-Jährige eine hohe Wertschätzung am Niederrhein genießt, war er nie ohne Einschränkung gesetzt. Immer wieder musste er durch Tiefen gehen, aus denen er sich aber auch wieder herauskämpfte. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass er sich in dieser Saison stabil präsentiert und aller Rotation von Trainer Lucien Favre zum Trotz in allen Punktspielen auf dem Platz stand.

"Ich spüre in mir wesentlich mehr Selbstvertrauen. Im Moment passt jedenfalls alles und man kann schon sagen, dass ich jetzt in Mönchengladbach so richtig angekommen bin", meint Granit Xhaka nach der Erfahrung von mittlerweile 57 Bundesliga-Spielen im Dress der Borussia.

"Ich bin sehr gut drauf"

Er weiß, dass er in seiner anfänglichen Sturm-und-Drang-Phase auch verbal gelegentlich übers Ziel hinaus schoss, hat Besserung gelobt, ohne sich aber den Mund verbieten zu lassen. Nach Spielen der Fohlen gehört er nach wie vor zu den gefragteren Profis, die Klartext reden. "Wir hatten in Zürich und gegen Mainz die Spiele in der Hand und viele Chancen. Aber wir haben sie nicht genutzt und sind enttäuscht", war Xhaka sauer. "Wer die Tore nicht macht, hat es auch nicht verdient, Spiele zu gewinnen."

Den 3. Tabellenplatz würde die Mannschaft momentan zwar genießen, aber: "Trotzdem hätten wir mehr Punkte und einen größeren Vorsprung auf die Vereine haben können, die sicherlich noch kommen werden. Das ist bitter", zieht der Sechser ein geteiltes Zwischenfazit des Gladbacher Saisonstarts.

Mit seiner eigenen Form ist er zufrieden. "Ich bin sehr gut drauf", freut sich Xhaka. "So lange die Kräfte da sind und der Akku voll ist, werde ich meine Spiele machen. Wenn ich mal eine Pause brauche, werde ich das dem Trainer sagen." Derzeit sei Erholung das Wichtigste für ihn, meint Xhaka. "Mit allem, was dazu gehört: Viel schlafen, viel essen und trinken."

Während es die Teamkollegen nun in der Länderspielpause etwas gelassener angehen können, warten auf Granit Xhaka mit der Schweiz zwei EM-Qualifikationsspiele gegen San Marino und Slowenien. Nach der Auftaktniederlage in England sind die Eidgenossen bereits unter Druck. "Sechs Punkte müssen her", weiß Borussias "Sicherheitschef". Danach wartet in der Bundesliga Hannover 96 auf die Elf vom Niederrhein.

Tobias Gonscherowski