München - Natürlich schnappte sich Pep Guardiola Mario Götze nicht zufällig, um nach dem Training ein kurzes Einzelgespräch zu führen. Der Trainer des FC Bayern wollte dem ehemaligen BVB-Spieler einige Interna vor dem DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern (Sa., ab 19:30 Uhr im Live-Ticker) entlocken. Denn keiner im Kader der Münchner kennt die Schwarz-Gelben und deren Philosophie so gut wie Götze, der schon in der Dortmunder Jugend spielte und dort auch den Durchbruch in der Bundesliga schaffte.

"Ich habe Pep etwas über Dortmund erzählt", sagte Götze. Was genau, wollte der hochbegabte Techniker nicht verraten. "Das bleibt natürlich unter uns." Der 21-Jährige steht vor der dritten Partie gegen seinen Ex-Verein, die wieder emotional, aber nicht mehr ganz so aufwühlend werde wie die Ende November im Signal Iduna Park. "Das erste Spiel in Dortmund war extrem, aber mittlerweile sehe ich es gelassen."

Götze sehnt sich nach der Startelf

Ob Götze im Berliner Olympiastadion von Anfang an spielen oder wieder - wie zum Beispiel gegen Real Madrid - zunächst nur auf der Bank sitzen wird, weiß alleine Guardiola. "Er hat mir nicht gesagt, ob ich spiele", erklärte der kleine Techniker. "Es steht außer Frage, dass ich immer spiele möchte, das weiß der Trainer."

Götze, der bei den Bayern über die Rolle des Jokers häufig nicht hinauskam und in der Bundesliga nur neun Einsätze über 90 Minuten hatte, betonte indes, ein "nicht belastetes" Verhältnis zu Guardiola zu haben: "Ich habe überhaupt keine Probleme mit dem Trainer." Dennoch war dem Offensivspieler deutlich anzumerken, wie groß das Verlangen ist, in einem großen Spiel einmal wieder von Beginn an aufzulaufen - gerade wenn es gegen den Ex-Verein geht. Umgekehrt wäre auch die Enttäuschung riesig, sollte es nicht so kommen. "Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich gar nicht", so Götze.

Dante warnt vor Reus und Lewandowski

Um einen Einsatz in der Startelf muss sich Mannschaftskollege Dante hingegen keine Sorgen machen. Der Brasilianer sprühte nur so vor Euphorie und Vorfreude, da er beim Pokalsieg im Vorjahr wegen des Confed-Cups fehlte. "Ich bin sehr froh, dass es dieses Jahr klappt. Endlich darf ich nach Berlin fahren", freute sich der Innenverteidiger, der vor allem vor Robert Lewandowski und Marco Reus warnte.

"Robert ist ein Weltklasse-Stürmer. Er hat einen super Körper und kann sehr viel mit dem Ball", so Dante. "Von Marco Reus bin ich ein Fan. Er hat sich super entwickelt und ist ein anderer Spieler als die, die wir haben. Ich würde mich freuen, mal wieder mit ihm zu spielen." Dante und Reus kickten drei Jahre lang zusammen bei Borussia Mönchengladbach, ehe es Dante im Sommer 2012 zu den Bayern zog und Reus zum BVB wechselte.     

Der Respekt der Bayern ist da, Angst vor den formstarken Borussen aber keinesfalls. "Wir sind sehr, sehr gut drauf. In meinem Kopf gibt es nur den Pokal", versicherte Dante. "Wir müssen dem Trainer zuhören und machen, was er sagt. In diesem Spiel brauchen wir eine Top-Leistung, nicht gut, nicht normal, sondern top."

David Schmidt

Berlin calling: Vorfreude pur in beiden Lagern