Mathhias Ginter trifft am 19. Spieltag gegen Augsburg per Kopf - © © imago / Chai v.d. Laage
Mathhias Ginter trifft am 19. Spieltag gegen Augsburg per Kopf - © © imago / Chai v.d. Laage
Bundesliga

Gladbachs Matthias Ginter wird zum Anführer: Keine Grenzen nach oben

Mönchengladbach - Eigentlich wollte Matthias Ginter von seiner "großen Liebe" nichts mehr wissen. Im April 2017, nach den Terror-Anschlägen von Paris und dem Attentat auf die Mannschaft von Borussia Dortmund, "saß ich daheim und dachte: Ich höre auf mit dem Fußball." Heute weiß der Weltmeister: Es wäre eine Fehlentscheidung gewesen. Bei Borussia Mönchengladbach blüht der Innenverteidiger als Torjäger, Vorbereiter und Führungsspieler auf - exemplarisch zu sehen beim 2:0 (0:0) gegen den FC Augsburg.

Dass es derzeit so glänzend läuft am Niederrhein, lässt auch den Blick auf sportlich schwierige Tage milder ausfallen. "So schlimm war es in Dortmund ja auch nicht", sagte er am Samstag lächelnd, aber: "Ich war dort nicht so der Führungsspieler. Und das wollte ich werden."

Es hat, das lässt sich nach 19 Saison-Spieltagen in der Bundesliga mit 19 Ginter-Einsätzen a 90 Minuten sagen, bestens funktioniert. Das 1:0 gegen Augsburg (10.) war sein viertes Saisontor, in der 90. Minute eroberte er dann energisch den Ball, spielte steil auf Thorgan Hazard - 2:0. Dem Belgier hatte er sogar noch einen guten Tipp gegeben: "Ich habe ihm oft gesagt, er soll flach schießen. Weil er so häufig hoch geschossen hat."

- © gettyimages / Maja Hitij

"Matthias hat beim Confed Cup herausragend gespielt, er hat großes Potenzial, und er ist noch nicht fertig", sagte Eberl, "jetzt will er weitere Schritte gehen. Dann glaube ich, dass wir in diesem Jahr einen WM-Teilnehmer haben werden."

Ginter, seit Freitag 24 und "sehr, sehr zufrieden" in Mönchengladbach, wäre zu bescheiden, um das in dieser Klarheit anzusagen. Ein Lautsprecher ist er nicht. "Ich setze mir keine Grenzen nach oben", sagte er nach seinem starken Auftritt beispielsweise. Ganz Matthias Ginter, hatte er diesen Satz mit einer Einschränkung eingeleitet: "Wir wollen es nicht übertreiben, aber..."

Selbstverständlich nicht. 

SID