Kaiserslautern - Wenn der FC Bayern München zu Gast ist, strömen die Massen. Selbst dann, wenn es sich "nur" um ein Freundschaftsspiel in der Saisonvorbereitung handelt und die eigene Mannschaft schon wenige Tage darauf in der 2. Bundesliga ran muss. Am Mittwoch Abend sorgten 25.800 Zuschauer für einen würdigen Rahmen, als der 1. FC Kaiserslautern zum letzten Testspiel der Saisonvorbereitung bat und sich dazu niemand geringeren als den Rekordmeister eingeladen hatte.

Als Schiedsrichter Christian Dingert um 20 Uhr 20 - in der Westpfalz herrschten immer noch tropische Temperaturen - die Partie beendete, waren 38 Spieler zum Einsatz gekommen. Und trotz der 2:3-Niederlage waren auch die "Roten Teufel" guter Dinge. Bestens gelaunt waren allerdings Spieler und Offizielle der Bayern.

Mit Schwung über die Flügel



Denn was das Team vor allem im Spiel nach vorne geboten hatte, sah schon sehr vielversprechend aus. So setzten Arjen Robben und Thomas Müller die Direktive von Coach Jupp Heynckes um, öfter einmal zu rochieren und die Flügel zu wechseln. Während der deutsche Nationalspieler mal links, mal rechts auftauchte, hielt sich der niederländische zumeist auf der angestammten rechten Außenbahn auf, interpretierte diese Position aber viel variabler als noch in der vergangenen Saison.

Gleich mehrfach stieß er auf dem Betzenberg bis zur Grundlinie durch und flankte nach innen. Und Müllers 0:1 bereitete er mit einem hervorragenden Solo vor - auf der linken Außenbahn. Auch die späteren Treffer von Emre Can (68.) und Xherdan Shaqiri (89.) waren sehenswert herausgespielt.

Neuzugänge überzeugen



Bei Cans Treffer zeigte sich Müller uneigennützig und legte auf den 18-Jährigen ab, der erst in der 59. Minute ins Spiel gekommen war. Und beim dritten Treffer vollendete der vom FC Basel gekommen Shaqiri eine schöne Kombination über Philipp Lahm und Mario Mandzukic.

Shaqiri zeigte eine ansprechende Partie im zentralen Mittelfeld und freute sich sichtbar über seinen Treffer. Mandzukic, der Sommer-Neuzugang vom VfL Wolfsburg, fügte sich ebenfalls prima in eine Partie ein, in der neben Can auch die Youngster Mitchell Weiser und Alessandro Schöpf zu kurzen Einsätzen kamen. Mit Claudio Pizarro, Bastian Schweinsteiger, Rafinha, Franck Ribéry und den beiden Linksverteidigern Diego Contento und David Alaba waren sechs Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mit in die Pfalz gefahren.

Heynckes gelassen



Keinen ganz glücklichen Tag hatte hingegen Mario Gomez erwischt, der in zwei Szenen den Ball verspringen ließ und insgesamt wenig Bindung zum Spiel erkennen ließ. Dass dem Nationalstürmer die von Uli Hoeneß neu angefachten Diskussionen über seine Person an die Nieren gehen könnten, verwies sein Coach allerdings ins Reich der Fabel. "Dem Präsidenten steht es zu, dass er hin und wieder etwas sagt", meinte Jupp Heynckes, "von solchen Kleinigkeiten lassen wir uns nicht beeinflussen."

Bereits am kommenden Montag treffen die Pfälzer vor eigenem Publikum auf den 1. FC Union Berlin. Die Bayern müssen sich hingegen noch eine Weile gedulden. Erst Ende August startet für sie der Ligabetrieb mit dem Spiel beim Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth.

Aus Kaiserslautern berichtet Christoph Ruf