München - Einen "Dreierpack" hatte Mario Gomez in dieser Saison bereits drei Mal geschnürt, doch was dem Stürmer des FC Bayern München beim 5:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen war auch für ihn eine Premiere - sein erster lupenreiner Hattrick in der Bundesliga.

Zwischen der 28. und 45. Minute verwandelte der 25-Jährige jeden seiner Torschüsse in einen Treffer gegen die "Werkself", kein anderes Tor oder der Pausenpfiff unterbrach seinen Lauf. Im Interview spricht der Angreifer, der mit 22 Treffern nun wieder die Torjägerliste anführt, über den Schlüssel zum Erfolg gegen Leverkusen, seinen Hattrick und die Stimmung in der Mannschaft.

Frage: Herr Gomez, Glückwunsch zum Sieg und den drei eigenen Toren. Hätten Sie gedacht, dass es so gut läuft?

Mario Gomez: Wir sind halt immer wieder für Überraschungen gut.

Frage: Wie erklären Sie sich das Ergebnis denn?

Gomez: Das ist nicht so schwer zu erklären. Dass dieses Potenzial in der Mannschaft steckt, ist bekannt. Man braucht aber auch diese Aggressivität, die wir gegen Bayer gezeigt haben, um Spiele in der Bundesliga zu gewinnen. Wir haben das gezeigt, was normalerweise die Stärke der Leverkusener ist. Damit konnte Leverkusen nicht umgehen. Die ganze Mannschaft hat sehr, sehr gut gearbeitet. Wir haben uns die Tore herausgespielt und auch in der Höhe verdient gewonnen.

Frage: War das auch ein Zeichen?

Gomez: Wir haben immer wieder gesagt, dass wir nicht Europa League, sondern Champions League spielen wollen. Spätestens nach dieser Woche muss jedem Spieler klar sein, dass es keine Alibi-Ausreden mehr gibt. Wir Spieler sind gefordert und müssen das Ruder herumreißen, und gegen Bayer haben wir den Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber das waren nur drei Punkte.

Frage: Das hört sich nicht überglücklich an...

Gomez: Wir haben gegen Bayer keine Meisterschaft gewonnen, keinen Pokal geholt, wir haben nur ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben fünf Tore gemacht und drei Punkte geholt - mehr nicht.

Frage: Für Sie persönlich war es bereits der vierte "Dreierpack" in dieser Saison. Wird das langsam zur Regel?

Gomez: Nein, zur Regel wird das nicht. Es ist natürlich schön, keine Frage. Aber es gab ja auch schon Spiele, in denen mir das nicht gelungen ist. Solange die Mannschaft aber gewinnt, bin ich glücklich.

Frage: Im Vorfeld zur Partie gab es die endgültige Trennung von Louis van Gaal. Der zukünftige Trainer spielte hier. War es eigentlich noch ein normales Bundesligaspiel?

Gomez: Wir hatten eine besondere Woche im Verein. Es gab viel Trubel, und es wurde viel von außen hineingetragen. Wir als Mannschaft haben uns gesagt, "wir sind intakt, wir müssen zusammenstehen und versuchen, unserem neuen Trainer einen guten Start zu ermöglichen".

Frage: Philipp Lahm hat im Vorfeld der Partie von einer Aufbruchsstimmung gesprochen. Haben Sie das auch so empfunden?

Gomez: Wir wollten natürlich zeigen, dass nicht alles schlecht ist. Wir haben viel Potenzial und Qualität in der Mannschaft. Dass es so lief wie gegen Bayer konnte keiner vorhersagen.

Frage: Dortmund scheint ja so gut wie sicher Meister zu werden. Ihrer Meinung nach ein verdienter Meister?

Gomez: Der, der am Ende oben steht, hat es immer verdient.

Frage: Was kostet denn ein lupenreiner Hattrick in der Mannschaftskasse?

Gomez: Noch nichts.

Aufgezeichnet von Jessica Pulter