Vier Spieltage vor Ende der Saison spitzt sich der Abstiegskampf in der Bundesliga immer mehr zu. Fünf Mannschaften sind noch akut vom Sturz in die Zweitklassigkeit bedroht.

Der Karlsruher SC, Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, Energie Cottbus und der VfL Bochum machen wohl die Tabellenplätze 14 bis 18 unter sich aus. Zwei Ränge bedeuten die Rettung, zwei Plätze bittere Abstiegstränen. Die wieder eingeführte Relegation lässt zudem einmal auf den Klassenerhalt über Umwege hoffen.

Bochum wird Heimschwäche zum Verhängnis

Der VfL Bochum hat als Tabellenvierzehnter 28 Punkte auf dem Konto und liegt damit nur zwei Zähler vor dem von Bielefeld belegten Relegationsplatz. Gladbach ist auf dem ersten direkten Abstiegsrang vier Zähler entfernt.

Die 0:2-Heimpleite gegen Hannover 96, die vierte Schlappe vor heimischer Kulisse in Serie, stürzte den VfL aber nur kurz in Tristesse. Philipp Bönig erklärte kämpferisch: "Wir wissen mit dem Druck umzugehen, denn wir stehen ja nicht zum ersten Mal da unten drin."

Angesichts der derzeitigen Heimschwäche ist es für die Elf von Trainer Marcel Koller vielleicht sogar von Vorteil, dass man nur noch einmal gegen Frankfurt vor den eigenen Fans antreten muss. Zudem stehen Auswärtsfahrten nach Berlin, Hamburg und Köln auf dem Programm.

Cottbus zwischen Titel- und Abstiegskampf

Energie Cottbus (27 Punkte) steht im Saisonendspurt vor einem gefährlichen Balanceakt. Die Mannschaft von Trainer Bojan Prasnikar spielt eine womöglich entscheidende Rolle im Kampf um die Meisterschaft und benötigt gleichzeitig jeden Zähler im Abstiegskampf.

Nach dem Überraschungscoup gegen Spitzenreiter Wolfsburg (2:0) reichte es am Wochenende zu einem torlosen Remis in Karlsruhe. "Die Mannschaft hat den Kampf angenommen, genau das muss man im Abstiegskampf tun", war Kapitän Timo Rost trotz spielerischer Defizite zufrieden.

Am kommenden Spieltag gastiert mit dem FC Bayern der nächste Titelkandidat im Stadion der Freundschaft, eine Woche später steht gegen Gladbach der nächste Abstiegs-Kracher auf dem Programm.

Alle Trümpfe bei der Arminia?

Arminia Bielefeld, das derzeit mit 26 Punkten auf dem Relegationsplatz steht, hat von allen Abstiegskandidaten das "leichteste" Restprogramm: Leverkusen (auswärts) kann die künftige Europa-League über den DFB-Pokal erreichen, Herbstmeister Hoffenheim (Heimspiel) ist seit dem ersten Spiel der Rückrunde im Januar sieglos, Hannover (Heimspiel) steht als Elfter im Niemandsland der Tabelle. Nur das Gastspiel in Dortmund bietet noch höchste sportliche Brisanz, da der BVB wieder am Europapokal schnuppert.

Ebenfalls für die Arminia spricht der beherzte Auftritt gegen den VfB Stuttgart beim 2:2 am Wochenende. Trotz des Ausfalls von Topstürmer Arthur Wichniarek erzielte das Team von Michael Frontzeck erstmals seit elf Partien wieder zwei Tore in einem Spiel und lieferte eine überzeugende kämpferische Leistung. Man habe "bis zur letzten Patrone alles rausgeholt", sagte Detlev Dammeier.

" Das sah letzte Woche schlechter aus"

Borussia Mönchengladbach (24 Punkte) steht nur ein Jahr nach dem Aufstieg vor der sofortigen Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Nur an sechs von 30 Spieltagen standen die "Fohlen" nicht auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz. Das kurze Zwischenhoch mit neun Punkten aus vier Spielen von Mitte Februar bis Mitte März ist längst verflogen.

Trainer Hans Meyer meinte nach dem 1:2 beim FC Bayern zwar, dass die Situation im Abstiegskampf "letzte Woche schlechter ausgeschaut" habe , doch der Rückstand auf den Relegationsplatz ist auf zwei Zähler angewachsen. Der rettende 15. Tabellenplatz ist drei Zähler entfernt uns so kommt es am 32. Spieltag zum womöglich entscheidenden Spiel bei Energie Cottbus.

Karlsruhe fehlen die "Big Points"

Der Karlsruher SC (23 Punkte) schöpfte nach dem 1:0-Sieg in Leverkusen wieder neue Hoffnung im Abstiegskampf, doch die Badener verpassen am Wochenende beim 0:0 gegen Cottbus wie schon gegen Gladbach (5. April/0:0) und Bielefeld (14.3./0:1) vor heimischer Kulisse "Big Points". "Insgesamt ist dieser Punkt für unsere Situation zu wenig", resignierte Coach Edmund Becker.

Hauptmanko ist die durchwachsene Chancenverwertung. Der KSC stellt mit 21 Toren in 30 Partien noch vor Bielefeld (25) und Cottbus (26) den schwächsten Angriff der Liga.

Auch ein schweres Restprogramm (Dortmund, Hannover, Bremen, Berlin) spricht gegen den KSC, der seit dem 23. Spieltag am Tabellenende steht. Die Becker-Elf hat kein direktes Kellerduell mehr und ist auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen. "Die Köpfe hängen sehr tief", gestand auch Kapitän Maik Franz.

Andreas Gellrich